Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

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‚„V.‘ Gynäkologie und Pädiatrik. 
V. GYNÄKOLOGIE und PÄDIATRIK. 
183. Ueber KERGARADEC’S Methode, die Schwanger“ 
schaft zu erforschen. Diese bekannte Erforschungsweis€ 
soll vom 6. Monate der Schwangerschaft an untrüglich seyn, und 
vor Kurzem hat LEnorMmanD vermittelst des Stethoscops eine 7mo- 
natliche Schwangerschaft entdeckt, welche die geschicktesten 
Aerzte in Paris für Scirrhus des rechten Ovariums erklärt hat- 
ten. — Aus dem. Wahrnehmen der einfachen und doppelten 
Pulsationen, wie auch des eigenthümlichen Geräusches lässt sich 
allerdings das wirkliche Daseyn einer Schwangerschaft erkennen; 
allein aus dem Mangel dieser Wahrnehmung ist nicht zu folgern, 
dass die Schwangerschaft nicht vorhanden sey. Z. B. der Fö- 
tus kann abgestorben seyn, oder an grosser Schwäche leiden, 
oder so liegen, dass das Pulsiren nicht vernommen werden kann; 
die mütterlichen Bauchdecken können so‘ viel Fett, und die Ei- 
häute so viel Fruchtwasser enthalten, dass das Hören der Pul- 
sation unmöglich wird. [ Wildberg’s Magazin für die gesammle 
drzneikunde, Bd. 2, Heft 1.} nn (V—t.)“ 
184. Tumor cysticus im Unterleibe eines ausge- 
tragenen Fötus, als Hinderniss bei der Geburt. Mad- 
M., 30 Jahre alt, Mutter mehrerer Kinder und in, andern Um- 
ständen, hatte schon seit einigen, Stunden Wehen, als der Ge- 
burtshelfer geholt. wurde. Er fand, dass die- Wässer schon seit 
Abends 6 Uhr abgegangen waren, Die Geburtsarbeit hatte erst 
Nachts um 1 Uhr begonnen und die Wehen waren kurz und sel- 
ten. Der Kopf und Rumpf des Kindes bis ans Kreuzbein wa- 
ren durch den. Muttermund gegangen; das Kind war todt, der 
Uterus seit Stunden träge; der Leib der Mutter, trotz den schon 
ausgestossenen Kindestheilen, noch sehr stark, und man konnte 
im Epigastrium eine ruhde Geschwulst entdecken’, deren Berüh- 
rung der Kranken schmerzhaft war, Der Arzt untersuchte, konnte 
aber rechts garnicht, links:ziemlich leicht mit der Hand ins 
Becken eingehen. Der Zeigefinger fand das Becken des Kindes 
noch: im Uterus, und am Leibe des Kindes eine Masse, die das 
Weitergehen hinderte. Nach vergeblichen Tractionen wurden 
mehrere Aerzte berufen, die für den Einstich in die Geschwulst 
entschieden „. was aber unausführbar ‚war; man musste aufs Neue 
ziehen; der Leib ging durch, nun zog man an beiden Beinen, 
von denen eines schon lange geboren war, und auf einmal fühlte 
man, wie es nachgab und Massen’ klarer,. gelber Flüssigkeit ins 
Zimmer liefen, Es fand sich jetzt, dass ein Hydrops saccatus 
die verzögernde Ursache gewesen war; der, wie der Kopf eines 
Erwachsenen gross, vom Schambogen bie über den Nabel und 
die Hypochondrien ging, zwischen den Bedeckungen, und Mus- 
keln lag und aus Zellgewebe mit Fettanhängen bestand. ‘ Für die 
Mutter hatte die sehr lange Entbindung keine üblen Folgen- 
[Gazette de Seine et Oise, Nr, 1.) ‚(Fr.)
	        
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