Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

IL. Pathologie, Therapie und mediclnische Klinik, 17 
ten, besonders auf die linke, zu legen, die Beschwerden auffal- 
Jend zunahmen. Die Respiration war, der Frequenz des Pulses 
gemäss, frequent, übrigens frei, gleichmässig und oberflächlich, 
da tiefere Inspiration, die, der Klagen über Luftmangel ungeach- 
tet, möglich war, die stechenden Schmerzen vermehrte. Der 
Husten war in beiden Fällen häufig, ‚schmerzhaft und förderte 
reichliche, innig mit Blut vermischte Sputa heraus, welche die- 
selbe Beschaffenheit, wie bei manchen organischen Herzkrankhei- 
ten, hatten. Vom blutigen Auswurfe in der Lungenentzündung 
unterscheiden sie sich dadurch, dass sie nicht schaumig und con- 
sistenter als dieser sind. . Sie wurden mehrere Tage hindurch in 
nicht geringer‘ Menge, im ersten Falle bis zum 5ten, im zweiten 
bis zum 4ten Tage beobachtet und machten dann gekochtem Aus- 
wurfe Platz. Mit Aufhören des den Anfang bezeichnenden Fro- 
stes schwand das bleiche, eingefallene Gesicht, der Zwrgor vitalis 
kehrte wieder und die Kranken sahen wie bei andern Entzündun- 
gen. Die Wangen waren daher lebhaft geröthet, und die Tem- 
peratur im Gesichte wie auf der Brust über den Normalgrad er- 
höht, und nirgends unter denselben vermindert. Die Klage über 
marternde Angst, die nur nach den Blutentziehungen nachliess, 
mit den Exacerbationen aber wiederkehrte, sprach sich auch im 
Gesichte aus. Die faltige Stirn und die gerunzelten Augenbrau- 
nen gaben dem Gesichte einen eigenen Ausdruck, der von dem 
Ausschen der an Unterleibsentzündungen Leidenden. wohl zu un- 
terscheiden war, und mit Besorgniss, Kleinmuthe und Aergerlich- 
keit der Kranken genau übereinstimmte. Hiermit verband sich 
grosse Abspannung, die besonders anfangs bemerkbar war, bei 
keinem aber zur Ohnmacht führte, trotz des unverkennbaren 
Durstes äusserten Beide Abneigung gegen Trinken und tranken 
immer nur in kurzen Absätzen, um Vermehrung des Schmerzes 
zu verhüten, die der durch langes Trinken herbeigeführten tiefern 
Inspiration folgte. Gegen die linke Schulter aufsteigende, oder in 
den linken Arm hinuntergehende Schmerzen hat W. eben so wenig, 
als Zusammenschnürung des Halses beobachtet. Dagegen litt der 
erste Kranke in den 4 ersten Tagen an wiederholtem galligem 
Erbrechen, das nicht durch Unreinigkeiten in den ersten Wegen 
veranlasst wurde. Der Verlauf war in beiden Fällen nicht der 
eines Morbus acutissimus, indem der erste mit dem 1%ten Tage 
tödtlich endigte, der andere mit dem 9ten glücklich entschieden 
wurde. Beide täuschten des Verfassers Erwartungen, weil im 
ersten Falle allgemeiner und anhaltender Schweiss am %ten Tage 
auffallende Remission aller Symptome, besonders Verminderung 
der Pulsschläge bis auf 100 bewirkte und im zweiten die Zufälle 
nach dem 4ten Tage und dem 6ten Aderlasse nur wenig vermin- 
dert waren und besonders mit der fernere Aderlässe verbieten- 
den Erschöpfung im Widerspruche standen. Im ersten Falle ver- 
hichtete eine mit dem 13ten Tage eintretende, rasch zunehmende 
Verschlimmerung die Hoffnung eines glücklichen Ausganges; im 
Summarium d. Medicin, 1833. VI. 2
	        
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