Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

14 IL. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Unterleibsübel manches Symptom lieferten. So deute z. B. An- 
schwellung der Vena ranina auf Venosität der Abdominalorgane 
und Anschwellung der Schleimdrüsen der innern Fläche der 
Lippen und Backen auf gleiche Beschaffenheit der Drüsen des 
Dünndarmes, [ Med. Zeit. v. Vereine f. Heilk. in Pr. 1833, 
Nr. 18.] ‚ (K—e)}) ' 
6. Febris intermittens octana; beobachtet von Dr. 
ScHmipT in Stettin. Obgleich LusıTanus, WErLaor, Tıssor, ErT- 
MUELLER, PAULINI, HAGEDORN, SCHULTZE u. A, bereits eine Febris 
intermittens octana nachgewiesen haben, so wird es doch nicht 
uninteressant seyn, diesen Beobachtungen einen andern Fall der Art 
anzureihen, da die Zahl derselben nur klein und ihr Vorkommen 
gewiss sehr selten ist. — Eine ö3jährige, cholerische, schon seit 
Jahren leberkranke Frau wurde im Jan. und März d. v. J.\vom 
Icterus befallen, der beim 2ten Male nach 10tägiger Dauer in 
Febris intermittens tertiana überging. Nach Reinigung der er- 
sten Wege, Tilgung der icterischen Farbe der Haut und Besei- 
tigung des Leberleidens wurde das Fieber nach dem 7%. An- 
falle durch Chinin vertrieben. Nach 13 Tagen kehrte durch 
heftigen Aerger ein Fieberanfall wieder, dem am 5. und diesem 
wieder am 6. Tage ein 2. und 3. folgten, aber durch auflö- 
gende und ausleerende Mittel wieder entfernt wurden. Gerade 
am 14. Tage nach dem letzten Anfalle, am 22. Mai, überfiel 
die Kranke ein heftiger Schüttelfrost, der bis 1 Uhr Mittags 
anhielt und durch anhaltendes krampfhaftes Gähnen, reissende 
Schmerzen in Knieen, Füssen und im Kreuze, unlöschbaren Durst 
und sehr hedeutende Oppression der Brust sehr widerwärtig 
wurde. Nach dieser Zeit blieben trockene Hitze und lästige 
Kopfschmerzen zwar aus, doch die Kranke badete sich von jetzt 
ab bis tief in die Nacht in.einem ungewöhnlichen profusen, sau- 
ren Schweisse, der 4maliges Wechseln der Wäsche nöthig machte. 
Tags darauf befand sich nach kurzem, doch erquickendem Schlafe 
die Kranke sehr wohl, hatte Appetit, eine reine Zunge, fühlte 
keinen Kopfschmerz, noch Schwere und Reissen in den Gliedern 
und konnte wie gewöhnlich arbeiten. 8 Tage später, in der Nacht 
zum 29. Mai, wurde die Kranke um 3 Uhr, nachdem sie schon 
Abends zuvor Schwere in, den‘ Gliedern gefühlt und keine Lust 
zum Essen gehabt hatte, von Schüttelfroste geweckt, der etwas 
länger, als beim ersten Anfalle anhielt und von denselben Erschei- 
nungen begleitet war. Nach kaum halbstündiger, trockner Hitze 
und leichtem Kopfschmerze trat Schweiss ein, der wie früher 
bis Abends 9 Uhr anhielt. Da die Kranke in den nächsten Ta- 
gen sich erträglich befand, Widerwillen gegen Arzneien hatte 
und glaubte, dass das Fieber, ehe man etwas dagegen thun könne, 
erst 3 Anfälle: gemacht haben müsse, so liess sie es wieder, ohne 
etwas zu gebrauchen, oder ihre Lebensart zu ändern, hingehen, 
So kam es, dass den 6. Juni, einen Tag später als sonst, Mor- 
gens ein neuer Anfall wiederkehrte. Der Frost war zwar minder
	        
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