Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

unternehmen, mit Ausnahme von denen, die bei Personen vor- 
kommen, welche nie geboren haben, weil hier die Brust als Ab- 
lagerungsort eines im Körper‘ vorhandenen Krankheitsstoffes zu 
betrachten ist. — Die. meisten von des Verfs. Kranken lebten 
in glücklichen Verhältnissen, nur 2 hatten häuslichen Gram, er 
zweifelt daher, dass deprimirende Affecte Ursache des Uebels 
seyen, als dessen Wesen er eine schleichende Entzündung an- 
zunehmen geneigt ist. Eben so ist auch der Lippenkrebs (als 
meist von localen Ursachen ausgehend, z. B, bei Tabakrauchern) 
leichter und häufiger heilbar und macht selten Rückfälle. Die 
Operation ist aber auch, wo keine örtlichen Ursachen aufzufin- 
den sind, nicht immer zu verwerfen , vorausgesetzt dass die Kranke 
darein willigt, wenn nur die geringste Hoffnung dabei übrig 
bleibt, ja selbst dann, wenn nur eine temporäre Besserung da- 
durch zu erreichen wäre, Immer aber muss sie so vollkom- 
men als möglich verrichtet, d. h. das jetzt vorhandene Uebel 
ganz ausgerottet werden, da widrigenfalls nothwendig der Keim 
zur. Wiedererzeugung: des Uebels zurückbleiben würde. Es er- 
klärt sich dieses Jeicht aus dem Verlaufe der Entzündung, die 
in Verhärtung (scirzrhus) übergeht; allmählich stockt bier näm- 
lich in den durch die Entzündung vermehrten und ausgedehnten 
Haargefässen das Blut, das alsdann, je nach der besonderen 
Krankheit ,. vermittelst der lymphatischen Gefässe in ein besonde- 
res Product umgewandelt wird, deshalb stockt nun allmählich 
auch das Blut in der nächsten Umgebung, und so verbreitet sich 
die Verhärtung; nur wo sich um die verhärtete Stelle ein Balg 
bildet, der dann wie ein fremder Körper, ohne alle organische 
Verbindung mit dem übrigen Organismus, fortbesteht, verbreiten 
sich Entzündung und Verhärtung nicht weiter, sondern bleiben 
auf dieselbe beschränkt. Deshalb zweifelt der Verf., dass Ver- 
härtungen, bei denen sich ein dieselben einschliessender Balg 
vorfindet, skirrhöser Natur seyen! Dass dergleichen eben sowohl 
wie überall in der Haut, auch an Stellen vorkommen können, wo 
sonst Skirrhus zu erscheinen pflegt, beweisen 2 angeführte Fälle; 
bei einem 15jährigen, noch nicht menstruirten: Mädchen exstir- 
pirte er einen steatomatösen , unschmerzhaften, leicht verschiebba- 
ren Balg von der Grösse einer gewöhnlichen Nuss, über der Warze 
der linken Rrust, die schon ziemlich entwickelt war; das Uebel 
war namentlich seit 14 Jahren sehr gewachsen; ein ähnliches Stea- 
toma von der Grösse eines Hühnereies, das durchaus in keiner 
Verbindung mit der Brustdrüse stand, exstirpirte er leicht bei ei- 
ner 27jährigen Frau, die 2 Kinder geboren und selbst gesäugt 
hatte, unmittelbar unter der linken Brust; einige Tage darauf 
setzte sie das Säugen ohne Beschwerde fort. — Wo aber die 
zur Heilung nothwendige völlige Trennung des Kranken vom 
Gesunden nicht mehr vollständig erreicht werden kann,‘ z. B. 
wenn bei skirrhösen Brüsten die verhärtete Geschwulst nicht im 
mindesten verschiebbar ist, sondern durchaus festsitzt, oder sich 
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IV. Gynäkologie und Pädiatrik.
	        
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