Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

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I. Chirurgie und ‚Ophthalmölogfe; 
tion entfernte Sr. mit dem Messer die schwielige Epidermis auf 
dem Fussrücken und dem äussern Fussrande, die hier und da 
4 Zoll dick war, wickelte den Fuss ein und befestigte ihn in 
dem früher erwähnten Apparate. Mit Hülfe desselben suchte er 
nun 3 Wochen lang den Fuss. wieder unter die Axe des Unter- 
schenkels zu bringen, was auch meist gelang, ‘wenigstens so lange 
der Fuss in der Maschine war. Am 12. Juni 1832 schritt Sr. 
zur Operation. Er trennte die Sehne wie im ersten Falle, stach 
aber etwa 3 Zoll oberhalb der Insertion‘ derselben “ein; um bei 
späterer Anlage des Apparats die Durchschneidungsstelle so we- 
nig als möglich zu drücken.‘ Da die Sehne dicker als im ersten 
Falle war, wurde sie beim Durchstossen des Messers nicht gleich 
ganz getrennt, sondern es musste dasselbe noch 4 Zoll an der 
entgegengesetzten Seite hinausgeführt werden, ehe ‘die Sehne 
durch knirschendes‘ Geräusch ihre Durchschneidung anzeigte: 
Die Sehnenenden wichen gegen + Zoll auseinander, wenn man 
den Fuss, dessen Form dadurch noch’ nicht wesentlich verbes- 
sert‘ wurde, beugte, Durch Ausstrecken des Fusses berührten 
sie sich völlig. Die beiden messerbreiten Hautwunden‘ wurden 
mit Heftpflaster vereinigt und 2 Longuetten: längs der Sehne ge- 
legt und mit einer Binde befestigt, die dann, wie im. ersten Falle, 
um den Fuss gelegt wurde. Wegen grösserer Entwickelung der 
Muskeln wurde eine gebogene starke Pfropfschiene auf die vor- 
dere neueste Seite des Fusses befestigt, um jede willkührliche 
Bewegung desselben unmöglich zu machen,‘ Bald nach der Ope- 
ration, besonders in der ersten Nacht stellten sich Wadenkräm- 
pfe ein und zwar immer beim Einschlafen ; weshalb ‚der Kranke 
sich die ganze Nacht munter erhielt. - Am nächsten Tage wurde 
der Verband abgenommen. Die Sehnenenden wären in Opposi- 
tion. © Um den Contractionen der Wadenmuskeln entgegen ’zu ar- 
beiten, wurde der ganze Unterschenkel eingewickelt und: danı 
wieder eine Schiene angelegt. Dennoch kehrten die Wädenkräm- 
pfe wieder und zwar heftiger als vorher‘, ‘sodass die Nacht schlaf- 
los war, Die Einwickelung der Wade wurde daher am 2. Tage 
entfernt, und es blieb bloss Einwickelung des unterü 'Theiles der 
Extremität und die Schiene liegen.‘ Die Krämpfe kehrten: nicht 
wieder; Am 5. Tage worden die Hefistreifen abgenonimen , die 
kleinen Wunden waren geheilt und die Sehnenenden hingen schon 
80 zusammen, dass Bewegungen‘ des Fusses@ das obere Ende et- 
was anspannten. Der vorige Verband blieb‘ bis zum 10. Tage 
liegen, dann aber schritt. man, da die Verbindung ‘der: Enden 
fester schien und‘ die Empfindlichkeit der verletzten Stelle sich‘ 
meist verloren hatte, zur Benutzung deg‘ Extensionapparäte‘,‘ der 
auch gut‘ vertragen wurde. Die Stellang des Fusses besserte sich 
täglich, und da der Kranke durch Eifer und Geüuld diese Fort“ 
Schritte ‘wesentlich unterstützte, 80 stand schon 5 Wochen nach 
der Operation der Fuss im rechten Winkel mit dem Unterschen- 
kel. Er trug hierauf den oben erwähnten Stiefel und bedurfte‘
	        
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