Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

12 Il. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 
und Seufzen mit Erleichterung; beim Husten bald ein Gefühl 
von Schwere, Angst und Beklemmung und innerer Hitze, bald 
von einem brennenden oder das Herz gleichsam durchstechenden 
Schmerze, bald wieder die Empfindung, als ob das Herz zittere 
oder im Wasser schwimme; beständige Unruhe und Unbehag- 
lichkeit; starkes, beschleunigtes, aber gleichförmiges Herzklo- 
pfen mit beschleunigtem, weichem, unregelmässigem Pulse.. Oef- 
ters kamen Anfälle von entsetzlicher Angst, Beklemmung und 
Schmerzen; Ohnmachten; das Herz klopfte stürmisch, unregel- 
mässig, zitternd, der Puls war ungleich und intermittirend. Ein 
Aderlass, mehrmaliges Anlegen von Blutegeln, Mandelmilch mit 
Salpeter und später Digitalis, Krtract. Hyosc. u. 8. w. bewirk- 
ten die Heilung. — 7%) Gedärmeentzündung, welche sich 
dadurch auszeichnete, dass sie anfangs, ungeachtet mehrere Venä- 
gectionen gemacht, 36 Blutegel gesetzt und überhaupt streng 
antiphiogistisch verfahren werden musste, ohne Fieber verlief. 
Eine 28jährige Mutter mehrerer Kinder und von schwarz- galli- 
ger Construction, die seit 2 Jahren an Stuhlverhaltung, Hämor- 
rhoiden und Leberinfarctus litt, bekam den 10. März Bauchweh, 
Angst, Klopfen des Herzens und. der Bauchschlagader. . Am 11. 
März war die Zunge gelb belegt, der Geschmack bitter. . Aus- 
serdem bemerkte man Ructus, sehr erhöhte Schmerzhaftigkeit 
des Bauches, besonders zu beiden Seiten und in der Gegend der 
Gebärmutter; grosse Empfindlichkeit gegen jede Berührung; pe- 
riodische Schmerzen und, ohne erhöhte Wärme und ohne Durst, 
schwachen, weichen, nicht beschleunigten Puls; wässerigen Harn, 
Stuhlverhaltung, Menstruation. Diese Zufälle verschlimmerten 
sich nach eingetretener Erleichterung und aufgehörter Verschlim- 
merung, am ‚16. März, und die Krankheit stieg bis zum 22, März 
mit jedem Tage, ohne dass sich Durst einstellte , ohne vermehrte 
Wärme und ohne Beschleunigung des Pulses, ‚Bloss an genann- 
tem Tage, und dann nicht wieder, wurde die Zunge etwas tro- 
cken, es trat etwas Durst, vermehrte Wärme und eine unbe- 
deutende Frequenz des Pulses ein. - Am 25. März, also am 15, 
Tage der Krankheit, zeigte sich mehrmals deutlicher Frost, dann 
mehr Ruhe und Nachlass der heftigen Schmerzen. Der Bauch 
war weniger empfindlich, sehr gespannt, .voluminös und fluctui- 
rend, Die Entzündung war in Exsudation übergegangen. Durch 
die Paracentese entleerte man 6 Maass klares Serum; allein 
Uer Bauch fühte sich bald wieder, die Zufälle steigerten sich; 
der Puls wurde frequent;z die Kranke starb. . Gedärme, Nieren, 
Harnblase und Uterus waren entzündet, zum Theil brandig. Die 
Gedärme unter sich und mit den benachbarten Theilen verwach- 
sen, mit geronnener Lymphe überzogen; der Grimmdarm ver- 
dickt, verengt und voller Excremente. Der Magen mit braun- 
grüner Flüssigkeit gefüllt, mit dem verhärteten Pankreas gänz- 
lich verwachsen. Die Leber fast nicht entzündet, aber missfar- 
big. Die Gallenblase voll zäher, kohlschwarzer Galle. . In der
	        
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