Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

172 - 1, Chirurgie und Ophthalmologie, 
schwäre verbanden ‚sich mit Caries des Ossis metatarsi digiti 
aninimi, die mehrere Jahre zur Heilung erforderte. Der: üble 
Erfolg der Curversuche veranlasste die Eltern, denselben ganz 
zu entsagen, und da jedes Auftreten unmöglich war, so liessen 
sie ihrem Sohne, als er 14 Jahre alt war, einen Stelzfuss ma- 
chen, der auf dem Sitzknorren. seinen Stützpunkt nahm und um 
den das Bein gebunden und geschnallt wurde. - Mit diesem Ap- 
parate. konnte der, Kranke mit einem Stocke. bei trockenem, und 
mit einer Krücke bei nassem Wetter ziemlich sicher, wenn ‚auch 
nicht schnell, von der Stelle kommen, , Im October 1830 wurde 
der Verf: um Rath gefragt. . Dieser fand an der linken untern 
Extremität. ‚einen im höchsten Grade ausgebildeten Klumpfuss; 
die Zehen waren stark nach innen und unten gebogen, der äus- 
sere. Fussrand stand ganz unter der Axe des Unterschenkels und 
der ganze Fuss war durch Contractur der Wadenmuskeln :so aus- 
gedehnt , dass die Fussränder mit der vordern Seite des. Unter- 
schenkeis ‚eine gerade Linie bildeten. . Oberhalb des äussern Fuss- 
randes ‚befanden sich die Ryudimente der. durch Gehen ‚daselbst 
£rüber entstandenen Schwielen, Ueber dem Os metatarsi digiti 
minimi befand sich eine zolllange mit dem Knochen verwachsene 
Narbe. . Die Beweglichkeit des Fusses war sehr gering und der 
Unterschenkel sehr abgemagert. Durch 5jährigen Gebrauch des 
Stelzfusses hatte letzterer im Kniegelenke eine beträchtliche Ab- 
weichung .nach aussen erhalten. Die Länge, beider Extremitäten 
war indess,. wenn man.auf diese Krümmungen. Rücksicht nahm, 
völlig gleich; Das rechte Bein war sehr muskelkräftig, der rechte 
Fuss hatte indess einen so gewölhten Fussrücken, dass er ‚da- 
durch merklich an Länge eingebüsst. zu haben schien und sich 
dem .Pes equinus. näherte, ohne dadurch, in seinen Functionen 
beeinträchtigt zu werden, ‚was auf gemeinschaftlichen Focus .der 
Entstehung ‚des. Klumpfusses in der Medulia spinalis hinweist. 
Die Prognose war unter diesen Umständen. natürlich schlecht, da 
aber. der Kranke entschlossen war, sich jedem Heilverfahren zu 
‚unterwerfen, um seines entstellenden Apparats überhoben zu: wer- 
den, so nahm sich St. vor, einen neuen, Versuch zur Verbesse- 
rung des Fusses zu wagen, wozu er durch noch vorhandene Be- 
weglichkeit berechtigt zu seyn glaubte; Dreimonatliche Behand- 
Jung durch extendirende Apparate hatte keinem andern Erfolg, 
als Entwickelung der Planta pedis und Verbesserung in der Stel- 
Jung der Fussränder; auf Contractur der Wadenmuskeln hatte sie 
wenig oder gar keinen Einfluss. Durch Anwendung einer grös- 
sern Kraft mittelst des später beschriebenen. Apparates entstan- 
den dann Kxcoriationen an der Fusssohle, deren Heilung .meh- 
rere Wochen erforderte.: . Diese mussten um so leichter entste- 
hen, da der Fuss grosse‘ Neigung zum Schwitzen besass, und die 
Haut der Fusssohle durch lange Ruhe sich verdünnt und erweicht 
hatte. Da sich Sr. nun von KErfolglosigkeit der Anwendung aus- 
dehnender. Apparate überzeugt und das Haupthindernisg der Bes-
	        
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