Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

170 ME... Chirurgie und Ophthalmologie, 
zukommen. Am 10. Juli war die Wunde vernarbt, die Entzüu- 
dungsröthe meist gewichen und die innere brennende Hitze und 
die Schmerzen so vermindert, dass nur bisweilen, besonders bei 
drehender Bewegung des Fusses, einige nicht lange anhaltende 
Stiche das Knie durchzuckten. Jeder seibst derbe Druck wurde 
ohne -‚schmerzliche Gefühle vertragen, die Geschwulst selbst aber 
zeigte keine merkliche Abnahme. Iunnerliche Mittel wurden schon 
einige Zeit früher weggelassen und nur für nährende, leicht ver- 
dauliche Diät gesorgt.  Aeusserlich wurde nun eine Salbe aus 
Ung. alth. — hydrarg/ einer. und Spir. junip. angewendet und 
nebenbei lauwarme Umschläge von einem Essiginfusum auf Heu- 
blumen benutzt. — Am 31. Juli verliess der Kranke zuerst das 
Bett, und es ergab sich, dass alles ganz gut ging. Die Anschwel- 
Jung war wohl noch bemerkbar, der Schmerz jedoch bis auf eine 
Spannung an der innern Knorrengegend während des Ausstre- 
ckens des Fusses verschwunden und selbst die Beweglichkeit im 
Kniegelenke über Erwartung. Von nun machte Patient täglich, 
auf einen Stock gestützt, sich mässige Bewegung, rieb noch ei- 
nige Zeit hindurch etwas Salbe ein; nachdem er die erwähnten 
aromatischen Umschläge: statt eines örtlichen Bades angewendet 
hatte, und besserte ‚sich täglich so, dass er am 25. August ohne 
Stock die 4 Stunden weite Kirche besuchen konnte. Am 2. Oct. 
legte er :zu dem Verf. einen dreistündigen, meist steilen Gebirgs- 
weg ohne. Beschwerden zurück und ging noch denselben Tag 
wieder nach Hause. Das Knie war nur unmerklich dicker, als 
das gesunde, dabei von allen Schmerzen frei und weder im Ge- 
hen noch bei irgend einer Arbeit hinderlich. {[v. Graefe’s und 
v. Walther’s Journ. der Chirurg. und Augenheilkunde, Bd, 18, 
Heft 2.] (K — ee.) ; 
131. Die Durchschneidung der Achillessehne; als 
Heilmethode des Klumpfusses, durch zwei Fälle er- 
läutert; von Dr. STRomeyeRrR zu Hannover, Die Durchschnei- 
dung verkürzter Sehnen als Heilmethode einzelner Verkrümmun- 
gen hat wissenschaftlich DeLrecH begründet, indem er Bildung 
einer fibrösen Zwischensubstanz als eigentliches Heilbestreben 
dabei aufstellte, eine Verbesserung, wodurch der Methode erst 
ihr Werth gesichert wird, indem man so nicht die Muskeln, de- 
ren Sehnen man durchschneidet, für immer in Unthätigkeit ver- 
setzt. Die’ von DeLrecH für Durchschneidung der Sehnen aufge- 
stellten Regeln sind folgende: 1) die zu durchschneidende Sehne 
darf nicht entblösst werden. Die Durchschneidung muss vermit- 
telst eines Umweges und nicht durch parallelen Hautschnitt ge- 
schehen, sonst würde man Exfoliation hervorbringen können. 
2) Gleich nach Durchschneidung der Sehne muss man die En- 
den in gegenseitige Berührung bringen und sie darin durch pas- 
senden Apparat bis zur Vereinigung erhalten. 3) Diese Vereinigung 
kann nur durch fibröse Masse, durch Narbensubstanz entstehen. 
Ehe diese ihre ganze Festigkeit bekommt, muss man ihr durch
	        
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