Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

HI. ‘Chirurgie und Ophthalmölogie. 161 
Theile: des: aneurysmatischen Sackes, unter dem Gastrocnemius, 
Aurch welchen das Blut reichlich in die Zwischen - Muskelsub- 
stanz bis zur Ferse gedrungen war, und den Fendo Achillis um- 
gab. — Hieraus ergiebt sich, wie gefährlich €e8 sey; eine Ge- 
schwulst der Art. poplitea zu ihrer Höhe gelangen zu lassen, 
und CooreR will die Operation zeitig angestellt wissen, da die 
Lehre, erst die Anastomosen sich ausbilder zu lassen, -untang- 
Hch befunden‘ ward, indem gerade ein zu grösser Sack durch 
Druck die kleinern Gefässe obliterirt, der Nerv gedrückt und 
Uie Muskelsubstanz krankhaft verändert wird. Man sieht, dass 
grosse Aneurysmen: sich bei der Ruptur unter den Muskelschei- 
den nicht verändern; ferner, dass wegbleibende Pulsation An- 
zeige von Selbstheilung seyn kann, wo der Chirurg nichts zu 
thun hat, aber auch von Ruptur, wo schnell gehandelt werden 
muss. Die Auscultation giebt ein sehr wichtiges diagnostisches 
Momient; das Geräusch beweist den Zufluss des Blutes und ohne 
dies Geräusch dürfte man nicht operiren. Ausserdem muss der 
Puls anzeigen, ob eine veränderte Reizbarkeit im Körper ist, 
denn diese entsteht nach der Ruptur durch die Infiltration im 
Gliede.. Ein accelerirter Puls, so wie das schnelle Sinken der 
Temperatur und die bläulich- rothe Farbe sprechen für die Ruptur, 
Endlich zeigt der Fall,’ wie weit das Blut in dem Zellgewebe sich 
verbreiten kann. {Med chirurg. Transactions. — Gazette medic: 
de Paris, Nr. 50, 1833.] (Fr.), ; 
129. Beobachtusg einer sehr grossen Balgge- 
schwulst in der Unterleibshöhle, welche durch eine 
Operatiom beseitigt wurde; vom Medic. Rathe Dr. DomL- 
HorF in Magdeburg. Anfangs Juni v. J; bat eine 44jährige Heb- 
ämme, die man auf den ersten Anblick für im letzten Monate 
schwanger halten musste, den Verf., sie wegen eires Gewäch- 
ges: in ‚der‘ Unterleibshöhle zu operiren. ‚Sie war von mittler 
Grösse, ihre Muskelfasern straff, ihr Haar schwarz, ihre Ge- 
sichtsfarbe dunkel, aber nicht erdfahl; ihr Blick ruhig, fest, Ihr 
Verstand war hinlänglich entwickelt, sie trug daher Alles, was 
sie betraf, umsichtig und. klar vor. Das Krankenexamen ergab 
Folgendes: Sie war Mutter von % Kinder, von denen das letzte 
vor 2 Jahren geboren worden war; Die Schwangersehaften wa- 
ren ohne besondere Beschwerden oder Zufälle und die Nieder- 
kunft stets leicht und glücklich gewesen.‘ Die Menstruation war 
stets und auch jetzt noch regelmässig‘ und gerade vorhanden. 
Bis auf ein Nervenfieber vor mehreren Jahren hatte der Frau 
nie etwas gefehlt. Den Ursprung ihrer jetzigen Leiden rech- 
nete sie von Michaelis v, J, an. - Sie wollte nämlich eines Tages 
eine Entbundene im: Bette zurecht‘ legen, wobei sie auf“ einer 
Fussbank stand. Diese rutschte au#; und’ sie flel mit dem untern 
Theile des Unterleibes: der rechtet Seite‘ auf. den Bettpfosten, 
worauf sie’ an dieser Stelle, eine Hand breit oberhalb der Schen- 
kelbuge, gleich Schmerzen spürte. -- Diese nahmen immer ‚mehr 
Summarium d. Mediein. 1833. VI. 1]
	        
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