Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

160 all. Chirurgie und Ophthalmologie. 0 
Jag einige Tage in Agonie. Er bekam innerlich Chinaabkochung, 
und zur Einspritzung dasselbe Decoct mit einigen Löffeln Chlor- 
Soda - Auflösung. Der ganze Körper ward mit Friesel bedeckt; 
die Eiterung verminderte sich und ward besser; die Eruption 
verlor sich, so wie das Fieber; und der Kranke ward den 22. Mai 
geheilt entlassen. [Precis de la Constitution medicale, observee 
dans le Dep. d’Indre-et-Loire, 3e. trimestre, 1832.] (Fr.) 
128. Praktische Bemerkungen über die AneuryS$- 
men der Art. poplitea;z von SAmvEeL Coorer. L., ein ro- 
buster Mann von 48 Jahren, hatte in der Kniekehle eine Ge- 
schwulst, die sich von den Seiten der Condylen des Schenkels 
bis unter den Gastrocnemius verbreitete, stark pulsirte, und de- 
ren Haut an einigen Stellen nach hinten zu entzündet erschien. 
Das Bein war wie erstarrt und sehr angeschwollen. Der Kranke 
glaubte seit 5 Jahren, dass es bloss gichtisch sey, und arbeitete, 
trotz der Grösse der‘ Geschwulst, fort. CC. schlug die Unter- 
bindung der Femoral- Arterie vor, der aber der Kranke sich erst, 
wegen Geschäften, nach 12 Tagen‘ unterwerfen wollte. Allein 
schon am 4. Tage bekam er einen heftigen Gichtanfall, der ihn 
14° Tage hinwarf und den rechten Fuss 2 Fäuste stark auftrieb. 
Während der Zeit nahm die Pulsation im Aneurysma bedeutend 
ab, ohne dass die ‚Geschwulst oder das Bein im Aeussern ver- 
ändert erschienen, ausser dass über dem innern Knöchel die Haut 
röthlich schimmerte. Nach 5 Tagen schwoll das Bein ganz we- 
nig an, und die Färbung nahm das Aeussere einer kleinen Ecchy- 
mose an; der Fuss’ ward plötzlich kalt, etwas empfind- 
lich an der Fussbiege und den Knöcheln, doch nicht an den 
Zehen: In der Geschwulst war keine‘ Pulsation mehr fühlbar. 
Wodurch blieb diese weg? Da die Geschwulst unverändert 
geblieben in Grösse und Spannung, konnte man an keine 
Zerreissung denken, Der Puls indessen ward beschleunigt und 
der Brand drohte. Legte man das Ohr an die Geschwulst, so 
hörte man ein dem Blasebalg ähnliches Geräusch, welches vom 
Durchgange des Blutes durch jene entstand. Da endlich die 
Wärme des Gliedes. sich wieder einstellte und man, wie gesagt, 
an keine: Zerreissung ‘ dachte, glaubte man, dass, da der‘: Zu- 
fluss zum Sacke vermindert sey, ein Heilungsprocess erwartet 
werder dürfte, und verschob deshalb die Operation; — . Nach 
drei Tagen schien der Brand einzutreten; das: Glied war noch 
geschwollen. Die Geschwulst unverändert; das Geräusch noch 
hörbar und die anscheinende Wiederkehr der Wärme des Fusses 
rührte bloss von den warmen Fomentationen her. Der Puls stei- 
gerte sich bedeutend. - Nun: ward die Art. femoralis unterbun- 
den, worauf das Geräusch im Sacke aufhörte. Fünf Tage nach 
der Operation musste das Bein wegen Brand abgehommen wer- 
den und zwar 1} Zoll unter der Ligatur. Die Arterie blutete 
nicht, und nach 6 Wochen war die Wunde geheilt. Bei der Se- 
etion des abgeschnittenen Gliedes zeizte sich ein Riss im untern
	        
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