Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

156 I, Chirurgie und Ophthalmologie. 
torpiden Geschwüren und bösartigen , offenen Bubonen allen bir 
her bekannten Mitteln sogar vorgezogen zu werden verdient 
[Med, Zeitung vom Vereine für Heilkunde in Preussen, 183 
Ar. 18.] (K—e.) 
IH. . CHIRURGIE und ÖFPHTHALMOLOGIE, 
125. Doppelbruch der untern Kinnlade; aus amt 
chen Berichten. Ein Betrunkener wurde von einem Wagen 6% 
stossen und fiel mit dem Gesichte auf Steinpflaster. Bei diese! 
Gelegenheit streifte der Hintertheil des Wagens an der rechte! 
Seite des Gesichts, und die untere Kinnlade wurde dadurch ® 
3 Stücke gebrochen. Nach 3 Tagen wurde CreutzwieseR #9 
dem Kranken verlangt, der noch von einem Bäckergesellen mi 
einem eisernen Lineale arg gemisshandelt worden war. C. fand 
eine Fractura comminuta und complicata, denn der Unterkiefef 
war rechterseits nicht nur luxirt und in 3 Stücke gebrocheh 
sondern ein Stück, und zwar das, mittlere, drang durch dit 
Weichgebilde nach aussen und innen hindurch. Das ganze blay“ 
schwarze Gesicht war durch Geschwulst grässlich entstellt. Die 
geschwollene Zunge hing auf der rechten Seite über die gebrö 
chene Kinnlade zum Munde heraus und der Speichel floss strom 
weise immerfort aus. Sprechen konnte der Kranke nicht, dur 
Schreiben aber gab er die Furcht zu verhungern, zu erkenne 
Nachdem die Geschwulst durch Anlegung von Blutegeln um vie“ 
les beseitigt worden war, ging C. mit dem linken Daumen 
den Mund und nach grossen Schmerzen des Kranken konnte & 
die Luratio maxillae inferioris beseitigen. Hierauf reponirte €h 
so gut es ging, die Knochenbrüche und legte einen angemess““ 
nen Verband an. Dies wollte aber nicht gelingen; der Druck 
auf die verletzten Weichgebilde war zu stark, und so musste & 
dem Kranken ein ausgehöhltes, nach Form der Kinnbackenknt 
chen geschnitztes Stück Lindenholz zwischen die Zähne der 8% 
sunden Seite klemmen, damit der unverletzte in die Höhe st& 
hende Theil der gesunden linken Unterkinnlade heruntergedrückt 
und dem verletzten herunterhängenden Theile rechterseits mel 
gleich stehend wurde. Um dies noch mehr, zu bewirken, legl® 
er in Form eines halben Hufeisens ein Polster unter die gebr*” 
chene Kinnlade rechterseits und nahm dann einen breiten wer 
chen Riemen,’ Jegte diesen unter dem Kinne an und befestigt? 
die Schnalle desselben auf dem Scheitel. Am 3. Tage musste? 
jedoch sämmtliche Verbandstücke weggeworfen werden, denn di® 
gebrochenen entblössten Knochenenden wurden cariös und €} 
folürten sich endlich unter copiöser, ungemein stinkender Eite‘ 
rung, wobei das Ganze nur wie eine offene Wunde behandelt 
werden und der Vis medicatrir naturae anheim gestellt werde? 
konnte. Zweckmässige äussere Behandlung der Wunden durcl 
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