Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

II. Materla medica und Toxikologie. 151 
mit flacher Schüssel bedeckt. Dann lässt man die Mischung 
24 Stunden stehen, schäumt das über dem Theer stehende Was- 
ser ab und giesst es klar in Flaschen, die wohl zu verstopfen 
sind. Da’ das Wasser beim längern Aufbewahren etwas zähe 
und seine goldgelbe Farbe dunkel wird, 80 ist es nicht gut, wenn 
man viel auf ein Mal bereiten lässt. Das Theerwasser wird übri- 
gens meist gut vertragen und nur anfänglich mit etwas Wider- 
willen genommen. [Casper’s Wochenschr, f. d. gesammte Heil- 
kunde, 1833, Nr. 25.) (K— e.) 
120. Alaun gegen Blasenbeschwerden; von Dr. Arn- 
HEIMER in Duisburg. Jüngere, besonders aber alte Personen lei- 
den oft: an Blasenbeschwerden, die von gar oft widerkehrendem 
Drange zum Harnen mit‘ jedesmaliger Entleerung. nur wenigen 
Urins begleitet sind. Der hin und wieder mit Blutklümpchen 
untermischte, ziemlich klar aus der Harnröhre fliessende Urin 
bildet nach einigen Minuten ein schleimiges, schmuziges, faden- 
artiges, ‚selbst häutiges Sediment, und der über demselben befind- 
liche Harn wird lehmig und trübe, das Harnlassen selbst schmerzt 
ungemein. Dieser Zustand, für den sich oft weder eine innere, 
Noch äussere Ursache auffinden lässt, gehört zu dem Blasen- 
katarrh und ist‘ dem Verf. oft vorgekommen. Das zuverlässigste 
Mittel dagegen ist der Alaun zu 3— 4’ Scrupeln täglich in 3 
Gaben, mit 8—12 Gran Rheum., wenn obstruirende Wirkungen 
davon zu bemerken sind. Schon nach 6 B8tägigem Gebrauche 
zeigte sich Besserung und nach 14 Tagen volle Genesung. Der 
Alaun, dies herrliche, wohlfeile Mittel, wird wohl jetzt wegen 
Seiner angeblich die Leibesöffnung hindernden Eigenschaft zu 
wenig gebraucht. [Casper’s Wochenschrift f. d. gesammte Heil- 
kunde, 1838, Nr. 25.] (K—e.) 
121. Neuralgie durch Eisenblaustogff-Chinin ge- 
heilt. Mad: L., 50 Jahre alt, reizbar nervösen Temperaments; 
empfand im Sept. 1832, ohne besondere Veranlassung, erst leich- 
ten, dann heftigen Schmerz im Schenkel, im Verlaufe des N. 
ischiadicus, und musste bald das Bett hüten. Blutegel, Bäder, 
erweichende und aromatische Umschläge wirkten nicht; :essig- 
Saures Morphin, nach der Methode endermique angewandt, , be- 
rühigte etwas, aber Einreibungen von Alkohol, Laudanum und 
Belladonna-Extract brachten es so weit, dass sie aufstehen kanntez 
doch blieb das. Gehen schmerzhaft, Ende Decembers fing‘ der 
Schmerz so heftig an, dass er ihr immerwährende Klagen aus- 
Presste; die Mittel hatten wieder keinen Erfolg; die Einreibun- 
gen linderten, und nur das Morphin half bedeutender. Indessen 
kehrten die Schmerzen: immer zurück, und man gab 6 Gran Ki- 
senblaustoff- Chinin (hydro-ferro-cyanate de Quinine) alle Stun- 
den zu einem Gran in den letzten 3 Stunden vor der Abend - Ex- 
acerbation, welche an diesem Tage geringer erschien. Am an: 
dern Tage ward die Dosis wiederholt, worauf Abends keine Ex- 
äcerbation, nur noch Erstarrung' im Gliede- Statt fand. Die
	        
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