Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

1M I Pathologie,‘ Therapie und medicinische Klinik. 
wurden durch Brechen ausgeleert, die Haut war brennend tro- 
cken, der Durst gross und der Puls klein, hart, frequent. Ue- 
berdies fanden 'sich Muthlosigkeit, Furcht‘ und auffallende Ah- 
nung des Todes, das Gesicht erschien entstellt und kalter Schweiss, 
deckte die Stirn. Um die beginnende Unterleibsentzündung zu 
brechen, wurde der Apparatus antiphlogisticus in ganzer Aus- 
dehnung, besonders da der Verletzte jung und robust war, an- 
gewendet. Nachmittags hörte das Brechen auf. Lag der Kranke 
mit etwas angezogenen Beinen ruhig auf dem Rücken, so waren 
die Schmerzen geringer, und er ertrug sanftes Befühlen des nicht 
aufgetriebenen Leibes, bewegte er sich hingegen noch so leise, 
80 nahmen alle Zufälle zu. Auf Klystier ging unter. grossem 
Schmerz beim Drängen etwas fäculente Masse ohne Blut ab, der 
Urin aber floss ohne Beschwerden. Gegen die Nacht nahmen 
die Schmerzen im nun anschwellenden Leibe so zu, dass sie den 
Kranken fast rasend machten ‚ der Durst war nicht zu löschen, 
der Puls nicht zu zählen und das Gesicht Ausdruck unsäglicher 
Leiden, ‚So ging es bis Morgens % Uhr, wo, 28 Stunden nach 
der Verletzung, der Tod eintrat. Bei der Obduction, 30 Stun- 
den nach dem Tode, war der Unterleib bis zum Platzen gespannt 
und in der Nabelgegend fanden sich mehrere blaugrüne Flecke. 
‚Nach Eröffnung der Banchhöhle sah man die Bauchhaut, die dün- 
nen Därme und das S. romanımm theilweise entzündet, nirgends 
aber war Brand oder blutiges Extravasat zu bemerken. Heftig- 
keit der Zufälle, rapider Verlauf der Krankheit und Menge der 
entgegenstürzenden Feuchtigkeiten und stinkenden Luft liessen 
indessen ein noch schwereres Leiden vermuthen; was man denn 
auch bald in einer, 1 Zoll langen Ruptur des Iejunum entdeckte. 
— Wenn es auch an’ Beispielen von geborstenen Eingeweiden 
nicht fehlt, so sind die leidenden Theile doch gewöhnlich Le- 
ber, Milz, 'gefüllter Magen u. s. w. Seltener aber sind die 
Fälle, wo der so sehr elastische, nachgiebige Dünndarm gesprengt 
gefunden wurde, weshalb die Mittheilung dieser Krankengeschichte 
Nicht unwichtig ist, [Med. Zeit. vom Vereine f. Heilk. in Pr 
1833, Nr. 29.] | „(K— e,) 
113. Merkwürdiger Fall von Bauchwassersucht; 
mitgetheilt von Dr. Torr zu Rybnik. Eine Tischlersfrau in. den 
30er. Jahren hatte von Jugend auf einen ungewöhnlich harten 
Bauch gehabt, olıne je weiter krank zu seyn. Als dieser Zu- 
stand etwa 15 Jahre lang angehalten, «die Frau in mehrjähriger 
Ehe keine Kinder-bekommen und wer weiss was für Mittel ge- 
braucht hatte, um ihren Bauch dünner zu machen, wurde T. ge- 
Jegentlich befragt. Die Katamenien waren regelmässig, es fand 
Sich weisser Fluss vor, der Unterleib fühlte sich fast steinhart 
an, Stuhl- und Harnausleerung waren normal, der Appetit re- 
gelmässig, das Aussehen gesund, kein Zeichen von Affection der 
Leber oder Milz, noch von scrophulöser Dyskrasie vorhanden- 
T. glaubte mit Geschwulst zwischen Bauchdecken und Bauchfell,
	        
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