Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

IL. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 9 
keit in‘ der Magengegend; ass er etwas mehr, so wurde ihm 
brecherlich. Der Geschmack war öfters säuerlich, der Mund 
voll Speichel, der Stuhl träge. Die vielsitzende Lebensweise des 
Patienten, der, kurzsichtig, sich im Schreiben stets vorwärts 
neigte und anstemmte, wie auch die 30jährige Gewohnheit, fast 
täglich ein Gläschen Zimmtliqueur zu trinken, schienen an dem 
Uebel Schuld zu seyn. Das Örtliche Leiden blieb sich gleich; 
die Kräfte schwanden mehr, und ein Zehrfieber endete am 28, 
Mai 1827 das thätige und unbescholtene Leben. Die äussere 
Fläche des Magens war mit unzähligen braunen, schwarzen und 
harten Knoten besetzt, wie mit schwarzen Pfefferkörnern besäet 
und stellenweis blau und grasgrün; die Substanz des Magens 
sehr verdickt und hartz seine innere Fläche hier und da exul- 
cerirt, grün gefärbt und verhärtet; Cardia und Pylorus ganz frei; 
das Pankreas verhärtet; die Milz runzlig, missfarbig grün und 
ganz mit dem Magen verwachsen; die Leber u. ı8. w. normal. — 
Ein 40jähriger Bauer klagte im Herbste 1829 über Blähungen, 
Appetitlosigkeit, Drücken im Magen‘ und Stuhlverstopfung. Im 
März 1830 attaquirte ihn eine Ruhr, nach welcher er sich nicht 
wieder erholte. Obige Zufälle verschlimmerten sich, während 
der Kranke tief in der Brust ein Hinderniss fühlte welches die 
Speisen. nur mit Mühe in den Magen gelangen lasse. Er brach 
jede feste Nahrung, wie Fleisch und Brot, und ungekochtes Ge- 
tränk augenblicklich weg, und nach dem Genusse von Suppen 
und gekochtem Wasser bekam er Aufstossen. Später entleerte 
‚er. in durchfälligen Stühlen gestocktes Blut und ein Mal. ein fin- 
gerlanges , hautartiges Stück. Auch erbrach er desselben Tages 
ein solches Stück Haut, welches drüsenartig und mit Blut ver- 
mischt war. Das Schwinden der Kräfte und ein Ascites, mach- 
ten am 27%, April 1827 dem Leben ein Ende. ‘Der obere Bogen 
des Magens mit der Cardia bildete eine entartete, harte, kno- 
tige Masse mit haselnussgrossen Verhärtungen, die theils schwarze 
Häutchen, theils Serum enthielten; die Cardia war sehr verengt, 
die innere Fläche des Magens, besonders in der Gegend des 
Einganges geröthet, das Pankreas missfarbig und verhärtet; die 
Milz schlapp, schwammig, blass; die Gedärme braun, hin und 
wieder livid;z in der Bauchhöhle viel Serum. — 4) Ausdeh- 
nung des Magens kam bei einem 68jährigen, starken, kräf- 
tigen Manne vor, der viele Jahre zuvor an Nierenentzündung ge- 
litten hatte und immer starker Esser und grosser Wassertrinker 
gewesen. war. Im März 1826 verlor sich die Esslust und stell- 
ten sich gastrische Beschwerden ein, die er nicht wieder los 
wurde. Sie bestanden in schleimig belegter. Zunge, bitterem 
Geschmacke, Appetitlosigkeit, Aufstossen, Blähungen, dem Ge- 
fühle von Druck und Spannung in der Magengegend nach dem 
Genusse selbst der leichtesten Nahrung, Aufgetriebenheit des 
Bauches, besonders in der Nabelgegend, und Stuhlverhaltung. 
Drückte man den Unterleib, so entstand Neigung zum Erbre-
	        
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