Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

134 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
sehr feinem Gefässnetze. umzogen. — Dieser Fall ist insofern 
wichtig, dass, während die Krankheit ganz die Symptome einer 
Venenentzündung bot, wie sie wohl bisweilen nach Aderlass vor- 
kommt, die Section, ausser Eiterablagerungen im Zellgewebe, 
nichts von dem zeigte, was Andere fast stets in solchen Fällen 
fanden. Die Kopfhöhle konnte leider nicht untersucht werden; 
doch liess sich, da das Sensorium bis zum Tode fast ungetrübt 
war, auch hier wenig Abnormes erwarten. Eine ähnliche Beob- 
achtung, wo auch. eine Entzündung der Arterien gefunden wurde, 
hat Taumen in seiner Inauguraldissertation, Berlin 1831, mitge- 
theilt. [Allgem. med, Zeit., 18338, Nr. 83.) (K— e.) 
103. Trunkenheit und Delirium der Säufer. - Kine 
Magd, welche an ‚Spirituosa nicht gewöhnt war, hatte zu viel 
Rum getrunken. Sie geberdete sich wie wahnsinnig, verfiel iß 
Sopor, aus welchem sie, nach 24 Stunden, ohne weitere Fol- 
gen, erwachte. Unglücklicher erging es einem 24jährigen Ta- 
gelöhner. Dieser hatte am Vormittage des 16. Mai 1830 4 
bis 3 Schoppen Branntwein getrunken und dann, wahrscheinlich 
den ganzen Nachmittag , bei regnerischem Wetter, in einem feuch- 
ten Walde gelegen. Abends 9 Uhr wurde er in einem vollkom” 
men asphyktischen Zustande in das Hospital gebracht.‘ Erst 
nachdem einige Stunden äussere Reizmittel angewendet worden 
waren, traten wieder Lebensäusserungen ein, doch ‚mit unvoll- 
kommener Sprache und getrübtem Bewnsstseyn. Am 17. früh 
Erbrechen und unwillkührlicher Stuhl. Schmerzen in allen Thei- 
len, besonders der Magengegend und dem Kopfe, innere brer“ 
nende Hitze, heftiger Durst, trockne, rothe Zunge, Die Augeß 
geröthet, ausdrucksios und in Thränen schwimmend. Die: Re 
spiration stöhnend, der Puls frequent und unterdrückt. , Die Ver“ 
ordnung war ein Aderlass von 3viij —xij und schleimiges! Ge“ 
tränk. Nach.dem Aderlasse hob sich zwar der Puls, doch die 
übrigen Symptome verschlimmerten sich sämmtlich, und am ar- 
dern Morgen gegen 5 Uhr erfolgte der Tod, ohne dass ausser 
grosser Unruhe und allgemeiner Schmerzhaftigkeit etwas Weite“ 
res zu hemerken gewesen war. Bei der am 19. angestellten Se“ 
etion fand man, ‚dass nicht‘ nur die oberflächlichen Gefässe 18 
der Schädelhöhle von Blut strotzten, sondern auch die Ven# 
jugulares, Leber und Darmcanal. In der Schädelhöhle fand sich 
ausserdem ein dünnes Exsudat, die beiden Hemisphären hinge! 
fest an einander, im absteigenden Horn des rechten Seitenvenl“ 
trikels war ein hydatidenartiger Körper. Auf den Schnittflächen 
des Hirns zeigten sich viel dunkle Blutpunkte, Der Darmeans! 
enthielt mehre Spulwürmer. — Das Delirium potatorum kommt 
in Heidelberg, im Verhältnisse der grossen Zahl, welche de” 
Trunke ergeben sind, selten vor, indem weniger Branntwell 
Rum u, dergl. getrunken wird, sondern vielmehr Wein und eil 
berauschendes Bier. Im Jahre 1830 kam indess ein tödtlich ver” 
laufender Fall vor. Ein 49jähriger Mann, welcher von jehe!
	        
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