Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

4] IL Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Faust callös, den ganzen. kleinen Bogen des Magens verhärtet, 
den grossen Bogen aber, so wie Netz, Milz und Leber normal. — 
Ein 65Jähriger Schneider, der sich bei seiner ungewöhnlichen 
Gefrässigkeit stets wohlbefunden hatte, verlor vor 3 Monaten 
den Appetit, fing an zu brechen und bekam Stuhlverstopfung. 
Am 1. Februar 1825 fand man in der Gegend-des Pylorus eine 
runde, harte, bewegliche und wenig empfindliche Geschwulst. 
Patient erbrach sich jedes Mal bald nach dem Abendessen, litt 
an. Blähungen, Schluchzen und an 3—44tägiger Obstruction. Das 
Erbrechen kam häufiger, auch nach dem Mittagsessen und des 
Morgens; enthielt anfangs die genossenen Nahrungsmittel, dann 
sauern Schleim und wurde endlich braun und übelriechend. Am 
21. Februar erfolgte der Tod durch Abzehrung. Der Magen 
war sehr gross, der Pylorus hühnereigross verhärtet, jedoch 
nicht exulcerirt; alles Uebrige normal. — Ein 35jähriger 
Schuster wollte sich seine Appetitlosigkeit und sein Erbrechen 
durch einen kalten Trunk bei erhitztem Körper zugezogen ha- 
ben. Kr erbrach seit diesem Augenblicke jedes Mal nach dem 
Mittagsessen, oft auch nach der Abendsuppe, aber niemals des 
Morgens. Nachdem dieser Zustand schon 3 Monate gedauert 
hatte, glaubte Verf. einen Ascites vor sich zu haben, so ausge- 
dehnt und fluetuirend war der Bauch, der Stuhlgang träge, der 
Harnabgang sparsam, die Haut trocken, der Durst gross, die 
Esslust schlecht und die Zunge rein. Noch in des Verfs, Ge- 
genwart erbrach Patient mehrere Maass wässeriger Feuchtigkeit 
mit grosser Erleichterung. Hierauf war. der Bauch zusammen- 
gefallen, nicht mehr fluctuirend, ‚überall weich, und nur die Ma- 
gengegend fühlte sich härtlich an und war empfindlich. Diese 
Stelle ward später noch fühlbarer, und man nahm daselbst eine 
weiche, schwappende Geschwulst wahr, die sich bis unter den 
Nabel erstreckte. Drückte man dieselbe, so entstanden Ructus, 
Uebelkeiten, endlich Erbrechen, und dann war keine Geschwulst 
mehr fühlbar, woraus man auf grosse Ausdehnung des Magens 
schliessen konnte. Das Erbrechen kehrte regelmässig zurück, 
verschwand aber in den letzten Tagen ganz, während die Kräfte 
mit jedem Tage sanken und der Durst gleich heftig blieb. In 
der Nacht des,1. Märzes erwacht Patient mit Uebelkeit, fällt in 
Ohnmacht und stirbt. Der Magen, dessen Häute sich durch die 
übermässige Ausdehnung ausserordentlich verdünnt hatten, war 
zerplatzt, indem durch ein 5 Zoll langes Loch seine Contenta 
in die Bauchhöhle traten. Er war ungeheuer gross und reichte 
bis unter den Nabel. Der Pylorus war wie ein Hühnerei ver- 
härtet und so verengt, dass ein Federkiel kaum durchgeführt 
werden konnte. —— Kin ordentlicher Mann von 65 Jahren ma- 
gerte seit zwei Jahren ohne offenbare Ursache ab und verlor im 
Spätherbste 1826 seinen Appetit. Bei der Untersuchung fand 
man bloss die Magengegend härtlich und empfindlich. Der Kranke 
klagte nur nach Tische über Vollseyn, Druck und Unbehaglich-
	        
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