Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

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VL... Psychlatrie, 
123 
Der Fussboden war rings umher mit Wasser beschmuzt. S., glaubte, 
sie habe Geburtswehen und wollte sie ins Bett bringen, allein 
beim Aufheben derselben sah er in dem vollen Nachtgeschirr ein 
Kind, von dem nur die Beine aus dem Inhalt des Nachtgeschirre 
herausragten. Die Nachgeburt war noch nicht abgegangen. Wäh- 
rend er mit der einen Hand. das Kind hielt, unterstützte er mit 
der andern die Frau und brachte sie so ins Bett. Das Kind 
war scheintodt, und die Pulsation der Nabelschnur kaum bemerk- 
bar, doch wurde es nach einer Viertelstunde ins Leben zurück- 
Serufen. Später erzählte die Wöchnerin, dass sie hätte müssen 
zu Stuhle gehen, als sie allein gewesen‘ sey. Sobald. sie sich 
Ecsetzt, sey ohne Schmerz viel Wasser von ihr gestürzt, und 
ohne dass sie sich habe erheben können, sey mit kurzem aber 
starkem Zwängen sogleich das Kind von ihr abgegangen. So habe 
$ie eine reichliche Viertelstunde sitzen bleiben müssen, bis S, ge- 
kommen. Das Kind hatte alle Zeichen einer 4 bis 6 Wochen zu früh 
geborenen Frucht und lebte noch 2 Monate. [Aus dem Medicinal- 
ber. d. K., medic. Colleg. d. Prov. Sachsen, 1832: Med. Zeit. vom 
Vereine f. Heilk, in Preussen, 1833, Nr. 26.] (K— e.) 
VI. PsasycaniıArtRrRıs 
95. Eine Nadelkranke aus religiösem Wahne; 
mitgetheilt vom Stadt- Kreisphysikus Dr. Nevaomr in Trier. F älle, 
in denen. Steck- und Nähnadeln, die auf verschiedenen Wegen 
in den Körper eingedrungen waren, zwischen Haut und Fleisch, 
oder in Geschwülsten und Abscessen, oder in Harnsteinen als 
Kern vorgefunden wurden, oder auch durch den Darmkanal ab- 
gingen, sind eben nicht selten. Unter mehreren Fällen der Art 
sind N. zwei bemerkenswerthe Fälle vorgekommen. Der eine 
trug sich bei einem etwas blödsinnigen Mädchen im Bürgerho- 
Spitaje zu, Dieses Mädchen hatte sich nach einem Aderlasse 
durch die Wundlefzen der Vene fünf 14 Zoll lange Stecknadeln 
in den Arm eingeschoben und ein anderes Mal ohne Veranlas- 
sung noch 2 ähnliche Stecknadeln in den nämlichen Arm hin- 
eingesteckt, so dass man dieselben deutlich fühlen konnte. Fünf 
Stecknadeln wurden herausgeschnitten, 2 aber waren 80 tief ein- 
Sedrungen, dass sie nicht, ohne grosse Einschnitte, wieder her- 
Auszubringen waren. Sie befinden sich noch jetzt im Arme, 
können deutlich gefühlt werden, machen aber keinen Schmerz 
und hindern auch Bewegung und Gebrauch des Armes nicht, 
Weit interessanter ist der zweite Fail, der dem Verf. erst vor 
kurzem vorkam. Ein 18jähriges jüdisches Dienstmädchen kam 
Sm 23, Jan. d. J. zum Wundarzte Kxörer und klagte über Schmerz 
am Vorderarme. Bei der Untersuchung wurde eine kleine su- 
Sillirte Geschwulst bemerkt, in der wie zwischen Hauf und Fleisch
	        
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