Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

V. Gynäkologie und Pädlatrik. 221 
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wurzel, Fliederrinde und Süssholz; 3) jeden Morgen ein Klystier 
mit einer Abkochung von Fliederblättern und Kalomel; c) zum 
Innern Gebrauche: RB. Krtr. thebaic. gr. jv, Extr. scillit., Batr. 
digit. purp. pulveris. ana gr. xjj, Nitr. 3j, Sacch. alb. 3%. M. 
Div. in p. vj aeq. S.‘ Morgens und Abends ein Pulver In. einem 
mit Zucker versetzten Aufgusse von Lilienblüthen zu nehmen. — 
Bei dem Gebrauche dieser Pulver verschwand die Schlaflosig- 
keit Erossentheils; der Urin floss reichlicher; die Geschwulst des 
Ovariums verminderte sich täglich mehr und verschwand gänz- 
lich; das Oedem der Füsse zertheilte sich; alle Verrichtungen 
gingen besser von Statten, und am 18. Tage dieser Behandlung 
fing die Kranke schon an, kleine Spaziergänge zu machen, was 
Sie seit 8 Monaten nicht im Stande war. Um sich nicht an das 
Mittel zu gewöhnen, setzte sie damit von Zeit zu Zeit aus; so- 
bald sie aber eine Verminderung des Urins bemerkte,: nahm sie 
€8 wieder und stellte damit jedes Mal dessen Fluss wieder her. 
Sie erlangte auf diese Weise ihre völlige Gesundheit wieder, 
LTransactions möedicales, Avril, 1833.] (Fr.) 
92. Phlegmatia dolens; von Dr. DonruüLLER, Amts- 
Physikus zu Fürstenau bei Osnabrück. Sobald die‘ Milchabson- 
derung bei Wöchnerinnen nicht gehörig geschieht, oder die ab- 
Sesonderte Milch nicht ausgeleert wird, so entsteht mitunter. an 
Cinem andern Körpertheile » besonders an den Lenden, eine ela- 
stische , gespannte, schmerzhafte Geschwulst, ‚die man früher 
Metastasis lactea nannte, jetzt der Phlegmatia dolens zuzählt. 
Unter die Gelegenheitsursachen gehört das zu schnell unterbro- 
chene Stillen, plötzlich einwirkende Gemüthsaffecte, Erkältung 
u. ss. w. Eine 24jährige, seit dem 18. Jahre verheirathete 
Frau, Mutter von 3 Kindern , hatte sich, ausser einer heftigen, 
aber ohne Folgen beseitigten Pleuropneumonie, die sie sich in 
Ihrem 17%. Jahre, nach einer Erkältung, zugezogen hatte, stets 
Ciner erwünschten Gesundheit erfreut. Während der 3. Schwan- 
gerschaft hatte sie. einen heftigen Schreck erlitten, aber doch 
das. Kind ausgetragen, und stillte es, so wie sie auch die zwei 
ältesten gestillt hatte. Dies Mal. wurde sie jedoch von einem 
heftigen Fieber befallen, welches für ein damals herrschendes 
Nervenfieber gehalten, und deshalb von dem Arzte gerathen 
wurde, den Säugling zu entwöhnen,. und die Brüste aussaugen 
zu lassen. Der Rath wurde befolgt, allein es bildete sich, .als- 
bald nach beendeter Milchsecretion in. den. Brüsten, ‚eine em- 
Pfindliche Geschwulst in dem linken Oberschenkel, welche so zu- 
nahm, dass allmählich der ganze Schenkel von der Crista ossis 
Üium bis zu den Zehen zum Platzen gespannt wurde. ‘ Trotz 
Eines einsichtsvoll geführten Curplanes ward das Uebel zu einer 
bedauernswerthen Höhe gesteigert; die früher blühende, Frau 
durch ‚ein abzehrendes Fieber zum Skelet. abgemagert, so dass 
der behandelnde Arzt alle Hoffnung  aufgab.. Am 6. Dec. 1809 
würde der Verf, zu der Kranken beschieden, Er fand einen al-
	        
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