Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

6 IL Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
zum 25. Mai, wo ein dritter Eitersack platzte‘ und über zwei 
Pfund sehr stinkenden Eiters ausgeworfen wurden. Bis zum 3. 
Juni nahm sie, wegen entzündlicher Zufälle und örtlicher Schmer- 
zen, schleimige Mittel, dann aber Polygala: amara und China, 
Patientin genas vollkommen. — Ein hypochondrischer, mit Le- 
ber-Infaretus behafteter Landmann von 40 Jahren ‘zog sich 
durch Erkältung und Heben einer schweren Last Seitenstechen 
und am 18. Nov. 1826 einen Fieberfrost zu... Er litt bis zum 
23. Dec. an einer Preumonia lutens, in Verbindung mit einem 
galligen Fieber, Dieses verschwand; jene ging in eine Vomica 
über, die sich an genanntem Tage öffnete und durch Auswurf 
eines gutartigen, copiösen Eiters reinigte. Am 29. Dee. ging 
wieder eine Vomica auf, wobei sich viel Eiter entleerte. So 
auch den 4. Januar 1827, wo der Eiterauswurf 8 Stunden sehr 
bedeutend war; und das letzte Mal am 11. Januar, wo binnen 
zwei Stunden zwei Pfund reiner, milder Eiter ausgeworfen wurden. 
Von dieser Zeit ab wendete sich alles zum Besten und endlich 
zur Genesung. — Durch Heben einer schweren Last: und durch 
zugelassene Erkältung zog sich ein 42jähriger, übrigens gesun- 
der Bauer anfangs Decembers Stechen in der linken Brust zu. 
Umschläge und Thee milderten zwar das Uebel; allein am 18, 
Dee. ging eine Vomiea auf und förderte binnen 48 Stunden viel 
und gutartiges Eiter zu Tage. Nun nahmen ‚Husten, Brustbe- 
schwerden und Fieber ab, verschlimmerten sich. jedoch am 28. 
so, dass der Kranke periodische Anfälle bekam, während wel- 
cher er in einer Stunde ein Pfund Eiter aushustete. Nun ge- 
nas der Kranke bis zum März. — Kin kräftiger Jäger von 64 
Jahren litt seit 15 Jahren an Schleimhusten mit öfterem, des 
Morgens eintretendem, Schleimerbrechen. Am 12. Dee. 1831 
fiel.er auf die linke Brust und bekam daselbst stechenden Schmerz, 
Zwar erleichterten erweichende Umschläge, Thee und sanft auf- 
lösende Arzneien dag Uebel; allein durch eine Reise nach Wien 
wurde es wieder verschlimmert.,, und am 6. Jan. 1832 trat plötz- 
lich heftiger Husten mit ununterbrochenem Auswurfe eines stin- 
kenden, theils reinen, theils mit Blut gemischten Kiters ein. 
Gleichzeitig gewahrte man an der leidenden Stelle eine ziemlich 
ausgedehnte, gegen Druck wenig empfindliche Geschwulst. Am 
8. Jan. stellte sich wieder plötzlich eine äusserst copiöse Eiter- 
ausleerung ein, die erst am 11. abnahm. Horripilationen hatte 
Patient nur vor dem Zerplatzen der ersten Vomica. Er bekam 
Digitalis in kleinen Dosen mit erweichenden, schleimigen Mit- 
teln. Am 13. Februar war Geschwulst, Eiterauswurf und jede 
Spur von Fieber verschwunden, und Patient erholte sich zwar 
langsam, aber doch vollkommen. — 2) Krysipelas faciei. Das 
Uebel war durch Erkältung bei erhitztem Körper entstanden, war 
blasenartig und nahm bloss die rechte Hälfte des Kopfes ein, 
Nachdem es unter der gewöhnlichen Behandlung bis zur Heilung 
gebracht worden, versuchte Patient, die trockenen Krusten . mit
	        
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