Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

106 IV. Chirurgie und Ophthalmologie;: 
nen Genitalien schön ein Theil der hintern Haut des männlichen 
Gliedes in Form eines Ringes unmittelbar hinter der Vorhaut und 
der ganze Hodensack brandig waren. Der. hrandige Theil des 
männlichen Gliedes war schwarz, trocken, das Scrotum dagegen 
gelblich grauweiss, wie speckartig, wenig feucht, breiartig. Deut- 
lich sah man indess, dass der Brand schon seine Absonderungs- 
linie gebildet hatte, Diese war schon etwa 2 Linien tief, hatte 
eine höchst unregelmässige Gestalt und sonderte. sehr viel Eiter 
ab. Die dem Brandigen nahen Theile waren roth, gedrungen, 
schmerzhaft, die gangränösen Partieen ganz ohne Empfindung, 
stark stinkend. Das Aussehen war sehr elend, das Gesicht blass, 
eingefallen, das Fieber bedeutend, die Hitze stark, der Puls 
schnell, schwach, die Haut trocken, die Zunge rein, Stuhlaus- 
leerung und Urin normal, der Körper schwach. "Trotz dem.war 
der Kranke auf einem stark stossenden Wagen 1} Meile gefah- 
ren und ging auch eine grosse Strecke zu Fusse.‘ Zum inner- 
lichen Gebrauche wurde Inf. rad., Calom. arom. mit Lig. anod. 
m. AH. gereicht und auf .die kranke Partie beständig gewärmter 
rother Wein aufgeschlagen. «Am 3, April ‚erschien die Abson- 
derungslinie durch die starke Eiterung breiter, die gangränösep 
Partieen. kalt, empfindungslos, von: derselben Farbe wie gestern, 
die nahen Theile dagegen dunkelroth, stark: geschwollen, heftig 
schmerzend. Die kranken Theile stanken heftig und an der. id- 
nern Schenkelseite hatten; sich rothe, erbsengrosse Pusteln. ge- 
bildet, Der Puls war weich, leer, langsam, die Zunge.rein, nur 
in der Mitte braun belegt, trocken, wie gespalten. ‚Die Wärme 
war nicht erhöht, wenn auch die, Wangen roth waren, der Ap- 
petit ziemlich gut und der Kranke frei von Schmerzen.: Urin 
und Stuhl waren abgegangen, Tags darauf sah: man, dass die 
Absonderung des Brandigen rasche Fortschritte machte, so dass 
sich der unterste Theil von der brandigen Haut des männlicher 
Gliedes fast ganz getrennt hatte.‘ An den Händen, besonders aber 
am linken Vorderarme hatten sich röthliche, erbsengrosse. Pur 
steln gebildet, die sich härtlich anfühlen liessen und auf ihrer 
Spitze ein gelbes Blätterchen hatten. Der Puls war etwas geho- 
bener, voller, noch immer nicht schnell, die Zunge rein, feucht. 
Am 5. April waren die gangränösen Theile dena Penis fast alle 
durch starke, zute Eiterung abgestossen, der Grund der Wunde 
zeigte gute, rothe Granulation und sonderte dicken, gelben Eiter 
ab. Das Scrotum war unverändert; die Absonderungslinie drang 
bloss immer mehr in die Tiefe, Der sehr heftige Gestank war 
ganz der der reinen Gangrän. Die Pusteln an Händen und Vor 
derarme hatten sich seit gestern nicht verändert. Der. Puls wsr 
etwas mehr gesunken, schwach,: die Zunge wieder in der Mitte 
trocken, wie gespalten doch rein, Appetit and Schlaf gut, Stuhl 
und Urinausleerung normal. - Innerlich wurde Inf. rad, Calam- 
arom. et Caryopk, mit Acid. sulpkhur. ‘gereicht, die Wunde des 
Penis mit Balls. Arcaet verhunden und auf das Scrotum verdünn-
	        
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