Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 5 
tersuchung dieser Abweichung erhielt O. leider nicht die Erlaub- 
nisa. [Hufeland’s Journal der praktischen Heilkunde, Febr. 
1533.] ; (K—e.) 
[1. PATHOLOGIE, THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
4. Wichtige Krankheitsfälle; beobachtet von Jos. ZAan- 
gERL, Dr. med., Magist. .der Geburtshülfe u.-Schlosaarzte in 
Schönbrunn, 1) Vomica rupta. Zu den seltenen Fällen, in 
welchen die, in Folge von Entzündung der Lunge entstandene, 
Vomica geheilt wurde, gehören folgende sechs. Kin 36jähriger, 
kräftiger Bauer hatte schon vor 2 Jahren eine Lungenentzündung 
glücklich überstanden und bekam am 23. Febr. 1823 eine Zleuro- 
peripneumonia cum ‚complicatione gastrico-biliosa. Ks erfolgte 
keine Krisis, und am 14. Märg zerplatzte nach vorausgegange- 
ner ‚grosser Angst, Beklemmung, Hitze und trockenem Hasten 
augenblicklich eine Vomica, wodurch binnen wenigen Stunden 
3 Pfund Eiter ausgeworfen wurden. Dasselbe war anfangs rein 
und weiss, später öfter missfarbig, braun, schwarz und sogar 
mit festen Stückchen zerstörter Lunge vermischt. Patient genas 
beim Gebrauche der China und später eines Thees von Lichen 
island. mit Polygala vollkommen. Die Vomica hatte sich durch das 
Zwerchfell dermaassen in das linke Hypochondrium herabgesenkt, 
dass es ein Infarctus lienis zu seyn schien. — Kin anderer 
Bauer, 28 Jahre alt, schlanken und magern Körpers, sanguini- 
schen Temperamentes und bis dahin gesund, fühlte 4 Jahr hin- 
durch einen brennenden, stechenden Schmerz in der linken Seite 
der Brust und klagte öfters über schweres Athmen. Am 9. Det. 
1824 zerplatzte etwas in seiner Lunge, und Mund und Nase 
füllten sich mit Eiter. Die folgenden Tage hustete er bald Blut, 
bald blutiges Eiter aus, und das Seitenstechen und die Ath-. 
mungsbeschwerden verminderten. sich. Am 16, desselben Mo- 
nate fand ihn Verf. noch fieberhaft; der Husten setzte oft lange 
aus, hielt dann wieder Iange an mit Auswurfe bald hellen Blu- 
tes, bald reinen Eiters, das gelbweiss, braun, missfarbig und so 
stinkend war, dass man. in’der Nähe des Kranken nicht aushal- 
ten konnte. Schleimige Mittel und dann China stellten den Kran- 
ken her. — Eine kleine und schwächliche, mit Verschleimung 
der Lungen und Husten behaftete Frau bekam nach einem kal- 
ten Trunke bei erhitztem Körper Brust- und Schulterstechen, 
Bei Vernachlässigung nahm das Uebel zu; es gesellten sich Fie- 
ber und häufige Schweisse dazu, bis sie am 7. April nach gros- 
ger Angst, Beklemmung und Ohnmacht zwei Pfund Blut und Ki- 
ter auswarf. Sie bekam schleimige Mittel, Serum lactis, cala- 
plasmata und reizlose Nähruug. Am 15. Mai ging, unter den 
gewöhnlichen Erscheinungen, wieder eine Vomica auf, jedoch mit 
wenigem KEiterauswurfe. Der Erfolg war grosse Erleichterung bis
	        
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