Full text: (6. Band = 1833, No 17-No 24)

IV. Chirurgie ‘und Ophthalmologie. 101 
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einiger ‘Ruhe ward der Kranke am 5. Octbr. 1832 operirt. Ein 
Versuchsstich an der linken Seite war nicht glücklicher, als jener 
In der’ Charite; es floss nur ein Löffel voll Flüssigkeit aus. Die- 
serhalb schnitt B. vom Leistenringe bis zum Ende der Geschwulst 
vorn durch Haut und Zeilgewebe des Hodensackes und dann vor- 
sichtig tiefer ein, bis er auf ‚einen beträchtlich grossen, durch- 
sichtigen Sack, kam, der‘ in der sehnigen: Scheide des Samen- 
stranges lag, von welcher‘ derselbe keicht getrennt ward. Ueber 
dieser wär eine kleinere Geschwulst , die: nur leicht anhing. Der 
ander äussern und hintern Seite verläanfende Samenstrang zeigte 
dak Aussehen , welches ScarPa bei einigen äussern alten Brüchen 
beschreibt; er war entfaltet. Die Vene lag nach innen; das‘ Vas 
deferens in der Mitte, die Arterie nach vorn Die Geschwulst 
War‘ ziemlich‘ fest- mit: den Nachbartheilen verwachsen, und es 
musste sogar ein Stück’von der Albuginea mit weggenommen wer- 
deni Der Hode war ‘ganz gesund.‘ Die Wundränder wurden mit 
Hefipflaster vereinigt md verbunden, Die Reaction war in den 
Hächsten "Tagen gering3 der Hodensack. ward geröthet, schwoll 
an und die Wındränder sassen ‚gut aneinander. Der Hodensack 
ward unterstützt, erweichende Umschläge und Diät verordnet. Am 
%: Tage nach der Operation drang ein hlutiges Eiter aus dem 
obern‘ Wundwinkel‘ weshalb‘ Charpie an die Stelle der Umsachläge 
tTrat3 die Pflasterstreifen aber! blieben. ‚Acht Tage lang‘ward ein- 
fach verbunden die röthliche und häufige Eiterung währte fort, 
nun‘ wurden die‘ Pflaster ‘entfernt, die nicht vereinigten. Wund- 
ränder mehr (auseinander und Charpie bis an den Grund der ge- 
trennten Theile gebracht, - Unten hatte sich eine Fistel an einer 
zügeheilten‘ Stelle gebildet, wo das Eiter kaum ausgedrückt wer- 
den konnte und: was die ‘Heilung erechwerte; denn als im Novem- 
ber der obere Theil der Wunde vereinigt war, musste man den 
untern Theil, einem: blinden - Sack, ‘aufspalten. Es ward fort- 
während‘ mit.-Charpie verbunden; dennoch senkte sich Kiter in 
Einen neuen tiefern Herd, man: musste eine Gegenöffnung ma- 
chen und ein Haarseil- einziehen. Dem 20. November hörte die 
Eiterung fast ganz ‘auf; man nahm -das Haarseil weg; da aber 
die Wunde an den Rändern verharschte, musste der ganze Fi- 
stelgang gespalten und methodisch geheilt werden. Bemerkens- 
werih ist, dass der rechte - Testikel, der hart und geschwollen 
war ‚während der Behandlung normal gross und schmerzlos wurde. 
Der Kranke ward am 12, Dechr. geheilt entlassen, —— Die Ge- 
schwulst war 3% Zoll Jang und 24 Zoll breit. Oben ging sie’ in 
8 Handschuhfinger aus und war durch etwas halbdurchsichtige, 
serös- eiweissstoffige Flüssigkeit leicht gespannt. Die Wände waren 
dünn, wie die’ serösen Häute. - Die innere Seite war gefächert, 
daher nur so wenig Wasser bei der Operation herauslaufen konnte. 
[Gazette medie. de: Patis, Nr. 49, 1833,] ‚‘ ‘ (Fr.) 
88. Merkwürdiger Fall einer Entartung des Ho- 
dens; beobachtet. und mitgetheilt vom Kreiswundarzte Anuıng
	        
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