Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

I}. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 3 
zwischen 28,40 und 27,70. — Die Witterungs-Constitution war 
den Bildung gastrischer Krankheiten am. günstigsten, denen sich 
bald ein nervöser Zustand beimischte, während rein entzündli- 
che Uebel zu den Ausnahmen gehörten, Kalte Fieber, einfache 
und biliös-gastrische, später nervöse Fieber gehörten zu den vor- 
herrschenden Krankheiten. Mit dem Erscheinen der Cholera 
traten bald mehrere fieberlose gastrische Zastäude auf. Katar- 
rhalisch - rheumatische Affectionen waren von geringer Bedeutung. 
= Wechselfieber waren zwar im Sommer hicht so häufig, als 
im Frühlinge, hörten jedoch nicht ganz auf und zeigten sich 
nicht selten als Quotidianen, in der Regel als Tertianen. Bis- 
weilen behaupteten sie die Form einer Subcontinua mit remittiren- 
dem Typus, der erst nach einigen Tagen intermittirte. Viele 
von den Frühjahrs- Wechselfieberkranken bekamen jetzt Rück- 
fälle. Die Behandlungsweise war die gewöhnliche. Allein da, 
wo sich während der Paroxysmen heftige Beklemmung, Angst, 
Herzklopfen, Würgen und Erbrechen einstellte, war die Behand- 
lung schwieriger, und man sah sich genöthigt, diese Anfälle schleu- 
nig zu unterdrücken. — Die nervösen Fieber traten mit Schwere 
und Benommenheit des Kopfes, mit der Empfindung von Wüst- 
seyn und Neigung zum Irrereden, mit Hitze, trockener Haut, 
solluvies gastricx, dickem, braunem Harn, unregelmässigen Stuhl- 
ausieerungen, Uebelkeit, Erbrechen und Beschwerden in den Prä- 
cordien ein. Umschläge von kalten Wasser über den Kopf 
mässigten den; Sopor und die Bewusstlosigkeit. Brechmittel und 
Abführungen waren von bestem Erfolge. KEinige Male traten 
diese Fieber als wirkliche Synochi biliosi auf. So z. B. bei ei- 
ner 43jährigen Frau, die schon lange Beschwerden mit sich her- 
amtrug, welche auf grosse Trägheit der Leber und Gallenwege 
hinwiesen, Sie klagte über Schmerzen und Druck in der Le- 
bergegend, Angst und Beklemmung; die Gallenabsonderung war 
unregelmässig, der Stuhlgang unregelmässig, meistens stockend, 
der Harn trübe, lehmig, mit dickem, dunkelem Bodensatze, und 
der Schlaf schlecht. Sie trank den Kissinger Brunnen ımit of- 
fenbarem Nutzen; allein Diätsüunden machten die Aussetzung die- 
sea Wassers und die Anwendung von Brech- und Abführmitteln 
nöthig. Nach Abgang vieles galligen Stoffes genas die Kranke. — 
Aehnlich. war der Verlauf eines Synochns biliosus bei zwei 
männlichen Kranken. — Kin Vierziger bekam ein remittirendes 
Fieber, welches die ersten 8 Tage eine Form behauptete, die 
an ein beginnendes Wechselfieber erinnerte. Neben der anhal-- 
tenden Hitze traten immer wieder neue, jedoch: nur geringe 
Frostanfälle ein, ohne einen bestimmten Typus anzunehmen. 
Später folgte dauernde Hitze mit heftigem Kopfschmerz, Angst, 
Würgen u. s. w.. Die Krankheit war ein im Kampfe mit einer 
Quotidiana begriffener Synochus biliosus, dessen Vebergang end- 
lich durch Antigastrica bewirkt wurde. Der Kranke musste 
auch in der Apyrexia im Bette bleiben und wurde durch Chi- 
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