Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

I. Anatomie und Physiologie. 
därme auf dem von ihnen umgebenen Hoden begründet wären, 
und diese Ansicht gewann noch dadurch, dass nach blähenden 
Speisen die Krampfzufälle stets stiegen. Unter diesen Umstän- 
den wurde die oben angeführte Lage und Diät beibehalten und 
eine Stunde vor dem Kintritte der Krämpfe ein Asandklystier 
gegeben. Der Erfolg war der gewünschte, die Krampfzufälle 
blieben nämlich aus, und nach wenigen Tagen gelang es, durch 
Aufhebung der Störung in den räumlichen Verhältnissen der Ge- 
bilde das Uebel gänzlich zu beseitigen. Bei wiederholter Unter- 
suchung konnte nämlich T. den Hoden frei machen und etwa 
1 Zoll nach dem Scrotum herabdrücken, die vorgefallenen Ge- 
därme aber reponiren, worauf er durch eine graduirte Compresse 
die Theile in ihrer Lage zu erhalten suchte. Die Krämpfe blie- 
ben nun mehrere Tage aus, kehrten jedoch eines Tags plötz- 
lich wieder, da die locker gewordene Compresse die Theile nicht 
mehr zurückhalten konnte und dieselbe daher wieder ihre frühere 
normwidrige Lage angenommen hatten. Die Gedärme wurden 
leicht ‚von Neuem reponirt, der Hoden wieder herabgedrückt 
und durch ein die Theile in dieser Lage erhaltendes Bruchband 
der Wiederkehr des Uebels für immer vorgebeugt, Als T. nach 
8 Wochen den Knaben wieder sah, hielt das Bruchband die Ge- 
därme fortwährend zurück und verhinderte zugleich dem Rück- 
tritt des Hodens in den Leistenkanal, doch befand sich der sonst 
normale Testikel noch immer 1 Zoll unterhalb der vordern Oefl- 
nung des Leistenkanals und konnte seibst durch etwas stärkern 
Zug nicht tiefer herabgeführt werden. Von Krämpfen hatte sich 
keine Spur mehr gefunden, wohl aber war die körperliche KEnt- 
wickelung des Knaben in dieser kurzen Zeit auffallend vorge- 
schritten. [Med, Zeitschr. vom Vereine f. Heilk. in Preussen, 
1833. Nr. 10.] (K— e.) 
1. PATHOLOGIE, THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
2. Uehersicht der wichtigsten, in den Monaten 
Juli, August und September 1831 von Horn beob- 
achteten Krankheitsformen. Das Maximum des Ther- 
mometers wär in diesem angenehmen und milden Juli 23,3, sein 
Minimum 8,8, Der höchste Stand des Barometers betrug 28,39, 
der niedrigste 27,82,; die vorherrschenden Winde wehten aus W., 
nächstdem aus N., bald N. W., bald N. O0. — Im August fiel 
mehr Regen, der Wind kam aus N. W. und das Maximum des 
Thermometers war 23,3, das Minimum 6,6. Das Barometer stieg 
bis anf 28,27, und fiel bis 27,84. — Der September war verän- 
derlich und nass. Die Wolken zogen aus S., aus S. W., W,., 
N. W. und O., am seltensten aus N.O. herbei. Das Thermome- 
ter fiel und stieg zwischen 21,3 und + 2,3., das Barometer
	        
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