Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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zu machen, wurde nun mit dünnen, silbernen, gekrümmten, mit 
Röhrchen [versehenen, 2 Zoll langen Troicarts am 4. Juli die 
Punction an 3 verschiedenen Stellen des hintern, untern Theiles 
der Geschwulst so vollzogen, dass die Röhrchen in den Stich- 
wunden zurückgehalten wurden. Die Flüssigkeit entleerte sich 
tropfenweise, und schon Tags darauf war der Sack schr zusam- 
mengeschrumpft. Das Aligemeinbefinden hatte sich aber sehr 
verschlimmert. Das Kind schief die zweite Nacht sehr wenig, 
schrie viel und nahm keine Nahrung. Der Puls war klein, äus- 
serst frequent, die Hautwärme bedeutend vermehrt, Harn- und 
Stuhlentleerung normal. Nach sofortiger Entfernung der Röhr- 
chen hörte der Ausfluss von selbst auf, der Tumor aber schwoll 
so schnell wieder an, dass er in wenigen Tagen wie früher war, 
nur ungleich schmerzhafter, selbst bei der leisesten Berührung, 
Tag für Tag verschlimmerte sich nun des Kranken Befinden, 
er magerte ab und neben den fieberhaften Symptomen zeigte 
sich die Respiration beschleunigt, doch nicht erschwert. Bei 
steter Zunahme der Geschwulst und täglich wachsender Gefahr 
einer Berstung wurde am 10. Juli die Punction nochmals mit 
2 dünnen Troicarts vorgenommen, worauf nach 24 Stunden der 
zusammengefallene Tumor beutelförmig vom Hinterhaupte her- 
abhing. Kr sah jetzt dunkel aus, und die Sensibilität an seinem 
Ursprunge war ungemein gross. Die Röhren wurden daher 
schleunigst entfernt, und man machte Umschläge um die ganze 
Geschwulst. In der nächsten Nacht stellten sich furchtbare 
Krämpfe ein, das Kind brachte den folgenden Tag in Sopor zu, 
und die Respiration wurde immer frequenter, bis es am 14. Juli 
früh, als der Sack schön wieder einen bedeutenden Umfang 
hatte, unter den heftigsten Krämpfen verschied. Bei der Se- 
ction erschien die linke Hirnhälfte viel grösser, als die rechte, 
doch sonst unverändert, der linke Ventrikel war sehr erweitert, 
voll Wasser und sein Plexus chorivideus in eine harte, drüsige, 
fahle Masse verwandelt. Hirnbrücke, vier Hügel, vierter Ven- 
trikel und linke Hälfte des kleinen Gehirns waren durch eine 
abnorme Schädelöffnung in den häutigen Sack gewichen und 
hatten die inneren Wände 2 Linien hoch mit weicher Hirnmasse 
überzogen, über die ein dünnes Häutchen ausgespannt lag, das 
jene vom angesammelten Wasser trennte. Die drei Hirnhänte 
bildeten mit den äusseren Bedeckungen die zwischen 5 und 6 
Linien dicken Wände des "Tumors. Das Os occipitis zeigte ei- 
nen ansehnlichen Suhstanzverlust. Das Foram. magnum hing 
nämlich am oberen Rande. mit einem grösseren widernatürlichen 
eiförmigen Loche zusammen, das von hier bis zur Protuberanz 
einen Längendurchmesser von fast 2 Zoll hatte und dessen Um- 
fang durch Mangel des Arc. poster. atlantis noch sehr vermehrt 
wurde, Da man bei einem solchen Defecte des Hinterhaupt- 
beines keinen knöchernen Ring fand, so möchte wohl dies Sym- 
ptom für Kncephalocele nicht den diagnostischen Werth haben.
	        
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