Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
wissen zu lassen. Dies geschah am 31. Dec., wo das ausgeprägte 
Bild einer hoffnungslosen Peritonitis mit aufgetriebenem, hartem, 
bei der leisesten Berührung schmerzhaftem Unterleib, collabirtem 
Gesicht mit umschriebener Wangenröthe, Würgen, Erbrechen, 
Verstopfung, Dysurie, heftigem Fieber und Durst zugegen war. 
Blutentziehungen minderten zwär den Schmerz, Kalomel bewirkte 
Stohlgang, allein ohne die Fortdauer der Entzündung und ihre 
Folgen zu unterbrechen, die am i2, Jan. den Tod herbeiführten. 
Bei der Section erschien die vordere Wand des Bauchfelles nor- 
mal. Grosses Netz und Mesenterium waren in hohem Grade 
entzündet, dunkelroth, mit stark injicirten Capillargefässen und 
von Streifen coagulabler Lymphe bedeckt Kin Theil der äus- 
sern Membran des Jejunum war ebenfalls entzündet. Zwischen 
den Windungen des Dünndarıns und in der Beckenhöhle war ein 
Extravasat von gelblicher, seröser Flüssigkeit mit einschwimmen- 
den Lymphflocken angesammelt. Die Schleimmembran des Darın- 
canals sah gesund. — Das Alter der von Peritonitis befallenen 
Kinder, die sich bisher der Beobachtung des Verfs, darboten, 
war von 3-—13 Jahren. Dass dieses Uebel aber auch das frü- 
heste Alter nicht verschont, beweisen die von Ducts und Bız- 
LARD mitgetheilten Beispiele von Peritonitis congenita und neo- 
natorum. Die Behandlung der Bauchfellentzündung‘ im kind- 
lichen Alter unterscheidet sich nicht von der bei Erwachsenen, 
Auch bei kleinen Kindern wird in der acuten Form der glück- 
liche Erfolg vöm ersten Aderlasse, der wohl auch wiederholt 
werden muss, bedingt, und örtliche Blutentleerungen haben dann 
eine um 8o grössere Wirksamkeit. Zar Wiederholung der Letz- 
teren ist Schmerzhaftigkeit des Unterleibes bei äusserer Berüh- 
rung Indication, und man kann die dies ermittelnde Untersuchung 
nicht sorgfältig genug anstellen, da die Empfindlichkeit häufig 
nur auf einzelne leicht zu übergehende Stellen, besonders in 
der Weichengegend, beschränkt ist. Zunächst leisten warıne Fo- 
mentationen des Unterleibes treffliche Dienste, am passendsten 
mittelst grosser, nicht zu dicker, in heissen Chamillenabsud ge- 
tauchter und ausgerungener Flanellstücke, unter denen die Nach- 
blutung reichlich und lange genug unterhalten werden kann. Die 
Anwendung der Kälte, die bei Krankheiten, weiche hauptsäch- 
lich das Darmmuskelgewebe betreffen, im Heus, bei Hernia in- 
carcerala, von so ausgezeichnetem Erfolge ist, leistete hier 
nichts Erfreuliches, wie denn überhaupt die serösen Membranen 
im entzündeten Zustande für wohlthätigen Eindruck der Kälte 
nicht empfänglich zu seyn scheinen. Ableitungen auf den Darm- 
canal sind, zumal bei Verstopfung nöthig, und hierzu eignet 
sich am besten das Kalomel in etwas starker Dosis. Mit die- 
gen Mitteln reichte R., wo seine Hülfe frühzeitig gesucht 
wurde, meist aus, und bei richtigem Erkennen der Peritonitis 
fand er die Cur nicht schwieriger, als die der Pleuritis. Selbst 
wenn die Krankheit etwas versäumt war und wenn schon Merk-
	        
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