Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

Il. Materia medica und Toxikologie. 485 
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Omentum zeigte sich sehr fett, und dieses Feit sehr fest, hart 
und trocken. Die äussere Fläche des Magens war hochroth, 
und die äussere Zunica an der linken Seite etwas weich und cor- 
rodirt; die innere Fläche war überall geröthet, in der Gegend 
des Pylorus stellenweise brandig; der Pylorus selbst etwas zu- 
sammengeschnürt. In der Gegend der Cardia war die Haut 
mürbe , aber verdickter und härter als gewöhnlich. Die dünnen 
Gedärme waren stellenweise entzündet, brandig, mürbe und im 
Ganzen verengert, bis auf einige Stellen, welche schwarz, bran- 
dig und erweitert waren. Im Magen fand man einige Esslöffel 
einer braungelben Flüssigkeit. Auch mit bewaffnetem Auge lies- 
sen sich keine verdächtigen Substanzen an den Gedärmen hän- 
gend entdecken. Die Milz erschien ganz erweicht. Eben so 
zerflossen die Lungen in eine brandige Jauche. Am Oesophagus 
fanden sich in der Nähe der Cardia einige brandige Flecke, 
Magen und Gedärme wurden in einem versiegelten Gefässe zu 
einer chemischen Untersuchung aufgehoben; eben so das destil- 
Jirte Wasser, welches zur Auswaschung des Magens und der 
Gedärme gedient hatte, und auf dessen Grunde harte, weisse, 
krystallinische Körner gefunden wurden, die nach angestellter 
Prüfung alle Anwesende für Arsenik erkannten, was auch die 
genauere chemische Untersuchung bestätigte. [Pfoff’s Mittheil, 
aus d. Gebiete d. Medic., Chir. u. Pharmac., Bd. I, Hft. 2, 
1832.] Fr. 
264. Einiges die Vergiftungen betreffend. Die- 
ses betrifft 1. die Beweisführung einer geschehenen 
Vergiftung aus den Zufällen. Es können bei Menschen 
Zufälle vorkommen, welche, an sich betrachtet, eben sowohl als 
Wirkungen genomnıener oder bekommener Gifte angesehen, als 
auch als von einer Krankheit abhängige Erscheinung betrachtet 
werden können. Deshalb haben, wenn man auf weiter nichts, 
als auf die Zufälle sieht, solche Untersuchungen an Lebenden 
und an Todten grosse Schwierigkeiten in Betreff der Erkennung 
und Unterscheidung von Vergiftung, und es wird namentlich &z 
foro nothwendig, gewisse Bedingungen anzuerkennen, unter wel- 
“chen nur allein aus den Zufällen mit Grund auf eine geschehene 
Vergiftung geschlossen werden kann. Solche Bedingungen sind: 
1) wenn die Zufälle bei relativ vollkommener Gesundheit eintre- 
ten; 2) wenn sie bald nach dem Genusse von Etwas eintreten, 
das weder seiner unverfälschten Beschaffenheit, noch der ge- 
nossenen Quantität nach, wie auch nicht nach einer Idiosynkra- 
sie des Menschen solche Zufälle hervorrufen konnte; 3) wenn 
sie plötzlich eintreten, ohne dass irgend eine andere schleunige 
Einwirkung auf den Menschen Statt hatte; 4) wenn sie fort- 
dauernd und ohne freie Zwischenräume zunehmen; 5) wenn sie in 
ihrer ganzen Dauer von gleichförmiger Beschaffenheit sind; 6) 
wenn sie schnell fortschreiten und den Tod herbeiführen. — 
Diese Umstände müssen jedes Mal erforscht werden, wenn man
	        
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