Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

478 I.. Materia medica und Toxikologie. 
sundete. — 21) Ein 40 Jahre ’alter Schenkwirth erhielt 2 von 
selbst sich bildende Löcher in den Fersen bis auf die Knochen, 
die beständig forteiterten. Man netzte Charpie mit Kreosotwasser 
und legte es in die Wunden unter einmalig täglicher Erneuerung, 
Das Leiden war in 14 Tagen geheilt. — 22) Ein Mädchen von 
‚21 Jahren hatte eine beständig fliessende Caries unter den Schien- 
beinknorren, verbunden mit einer starken weissen Kniegeschwulst, 
Das Uebel war 2 Jahre alt, Pat. ganz krumm geworden und ver- 
krüppelt und schon von vielen Aerzten behandelt. Erst wurde 
Charpie mit Kreosotwasser, dann Charpie mit purem Kreosot in 
die Tiefe der Wunde gebracht. Die Geschwulst liess nach, legte 
sich, die‘ kranken Stellen blätterten ab; das Mädchen genas, 
blühete auf und heirathete. — 23) Ein 22jähriger Fleischer 
hatte nässende, syphilitische Feigwarzen am After seit 5 Mona- 
ten, und war ‚seit längerer Zeit mit Quecksilber u. s. w. ohne 
Erfolg behandelt worden. Man gab ‘ihm täglich 10—12 Mal 
Kreosotwasserumschläge. Die Warzen verwelkten, trockneten, 
felen von selbst ab und hinterliessen keine Spur. — 24) Ein 
Mädchen war vor 1} Jahren syphilitisch angesteckt worden. Erst 
hatte sie Chanker und Feigwarzen ohne Arzt heimlich mit blauem 
Vitriol u. a. m. behandelt. Nun steigerte sich die Krankheit, 
Sie bekam Geschwüre über den ganzen Leib, maculae veneris, 
mit Secretion fressender Feuchtigkeit; grosse Geschwüre hatten 
sich auf den Unterschenkeln, auf dem Rücken und bis zu den 
Ohren hinauf verbreitet. Im Halse war sie so angegriffen, dass 
sie fast keine Stimme mehr hatte. . Mercurialmittel hatte sie nie 
bekommen. Man gab ihr auch jetzt keine, sondern wusch sie 
bloss mit Kreosotwasser und legte auf die stärkeren Geschwüre 
Kreosotwasserumschläge. Unverzüglich verdickten sich die Aus- 
'üsse, hörten auf, die Geschwüre trockneten, die Schorfe sties- 
'sen sich ab, das Mädchen ward gesund und ihre Stimme kehrte 
in voller Stärke zurück. Während der Heilung klagte sie über 
fast unerträgliches Jucken in der ganzen Haut. — 25) Eine 
Dienstmagd war schon vor 3 Jahren syphilitisch angesteckt wor- 
den und hatte sich ebenfalls Jange mit blauem Vitriol u. dgl. in’s 
Geheim zu helfen gesucht. Der Hals war mit Chankergeschwü- 
ren besetzt, am rechten und linken Schienbeine zeigten sich aus- 
gebreitete speckige Geschwüre und Knochengeschwülste. Man 
wusch sie mit Kreosotwasser und liess ihr den Hals damit gur- 
geln. Sie heilte mit schnellen Schritten, wie die vorhergehende, 
vollständig. — 26) Alle Wunden, durch Verletzungen mit Mes- 
sern, durch Stiche, oder durch ätzende Alkalien hervorgebracht, 
eiterten nicht, wenn man sie mit Kreosot bestrich, sondern ver- 
heilten trocken. — AR. Innerliche Anwendung. Kin Ge- 
EST der Arzt selbst, verschluckte mit Gummi erst einen, 
dann vier Tropfen reines Kreosot ohne Nachtheil. 1) Ein Bauer 
von 50 Jahren war seit Jahr und Tag lungensüchtig, hatte grün- 
zelben Auswurf, sehr kurzen Athem, konnte. auf einer Seite
	        
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