Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

II. Pathologie, Theräple und medieinische.Klinik. 465 
letzt, das Bewusstseyn frei, die Temperatur kühl, der Puls von 
BO Schlägen, klein, leer, der Athem normal und Schmerz im 
Rückgrath nicht zugegen, In der Voraussetzung einer Apople- 
xia spinalis liess R., da sich etwas Ursächliches nicht ermitteln 
liess, unter der ungünstigsten Voraussagung 16 Schröpfköpfe 
längs der Wirbelsäule, ein Vesicatorium in der Lumbargegend 
und ein Inf. Arnic. mit Liq. ammon. vinos. anwenden. Am an- 
dern Tage kam ihm die Kranke, von ihrer Tochter geführt, ent- 
gegen, klagte nur über Schwäche in den Beinen und konnte wie- 
der den Urin willkührlich lassen. Stuhl war noch nicht erfolgt. 
Am nächsten Morgen traten jedoch zu derselben Stunde, wie 2 
Tage vorher, alle Symptome wieder ein. Der Charakter der 
Lähmung stellte sich nun deutlich heraus und die damals vor- 
waltende Herrschaft der Wechselfieber bestätigte sich in der 
Diagnose. Um jedoch ganz sicher zu gehen, wartete R. den 
dritten Anfall ab, der zur bestimmten Zeit, doch ohne Lähmung 
der Blasen- und Mastdarmsphincteren, erfolgte. Nun erhielt die 
Kranke alle 2 Stunden: 3 Gr. Chin. sulph. und musste, als die 
Anfälle zweimal weggeblieben, mehrere Wochen noch die China 
in Substanz nehmen. Seitdem hat diese Frau, die vor einem 
Jahre eine andere Krankheit bekam, weder an Schwäche der 
Beine, noch sonst an paralytischen Zufällen gelitten. — Die 
Periodieität der Lähmung kommt, während Neuralgieen oft den 
intermittirenden Typus an sich tragen, so selten vor, dass selbst 
Me»icus keinen authentischen Fall dieser Art mitthejlt. Mor- 
GAGNI nur erwähnt einer von Hemiplegie befallenen Kranken, 
deren gesunde Seite täglich gegen Abend gelähmt wurde und es 
bis Anbruch des Tages blieb, was sich % bis 8 mal wiederholte. 
In der von Sauvaees angeführten Paraplegia intermittens eines 
4jährigen Kindes scheint hingegen die Unbeweglichkeit der Füsse 
mehr Folge starker Geschwulst, als einer Lähmung gewesen zu 
seyn. — Auch als Begleiterin der Fehr. pernicios. comilat., 
zu denen sich nicht selten Hirnaffeetionen, soporöse und apo- 
plektische Zufälle gesellen, kommt die Lähmung selten vor. 
[Casper’s Wochenschr., f. d. ges. Heilk., 1833, Nr. 8.] (K-—e.) 
24%. Cardialgia intermittens; beobachtet von Dr. 
TuaArr. Im Sommer 1822, wo intermittirende Fieber noch nicht 
epidemisch waren, wurde eine 42jährige Frau von atrabilairer 
Constitntion, gelblicher Gesichtsfarbe und einiger Neigung zur 
Hysterie von allerlei Unterleibsbeschwerden befallen. Durch ge- 
lind abführende Mittel, denen allmählich bittere folgten, wurde 
das Befinden und namentlich die Gesichtsfarbe wieder besser, 
doch entstand bald durch Erkältung, mit der vielleicht auch ein 
Diätfehler verbunden war, Magenkrampf, der unter Gebrauche 
geeignet scheinender Mittel immer mehr zunahm. Im’ Anfalle 
wälzte sich die Kranke auf dem Boden herum, sprang dann wie- 
der auf und lief, krumm zusammengezogen, wie wahnsinnig um- 
her, schrie und jammerte laut, und nichts brachte auch nur 
Summarium d. Mediecin 1823. V. 20
	        
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