Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

H. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 463 
sie entspricht den meisten Indicationen, wo die gestörte Haut- 
thätigkeit herzustellen ist. Das kalte Wasser bewährt ‚sich nütz- 
lich als kalte Ueberschläge bei katarrhöser Ophthalmiez als kal- 
tes Schnupfwasser und kalte Kopfbegiessungen bei der Coryzay 
als kaltes Mundwasser und kalte Bäder bei Heiserkeit; als kalte 
Waschungen beim Tripper und-bei der Blennorrhöe katarrhöser 
Natur; als kalte Waschungen und Begiessungen in vielen exan- 
thematischen Krankheiten, wie auch in der 6ogenannten kalten 
Behandlung der meisten Katarrhe. Leicht liessen sich diese Pa- 
rallelisirangen fortspinnen; jedoch bleibt dies dem Scharfsinne 
eines jeden selbst überlassen. — Auch die therapeutischen Schäd- 
lichkeiten, welche beiden Krankheiten gemeinschaftlich sind, ge- 
statten emen zuverlässigen Schluss auf die Identität der Natur 
beider Uebel: Das entzündliche Stadium: der Katarrlıe ‚verbietet 
jede reizende Behandiung; und auch die Cholera «träubt ‚sich 
gegen dieseibe. In beiden Krankheiten ist Unterlassung des an- 
tiphtogistisch diapnoischen Apparates, 80 wie der nölhigen Blut- 
entziehungen, von verderblichen Folgen. Alle Katarrhe vertra- 
gen keine Purganzen, und selbst bei gastrischen Complicationen 
taugen höchstens die antiphlogistisch sanft auflösenden Mittel3 
denn die gestörte Hautfusiction muss um so mehr verletzt wer» 
den‘, ‘je mehr die Gedärme schwitzen. -' Die Erfahrung hat aber 
gelehrt, dass voreilige Anwendung der Mittelsalze , des Kalomels 
und Brechweinsteins in der Cholera fast immer tödtlich ist. In 
diesen Stadium duhlen die Katarrhe keine Narcotica, denn sie 
vermehren. das Fieber und den Andrang des Blutes nach Brust 
and Kopf und tödten leicht apoplektisch. Eben #o wenig ver- 
trug die Cholera alle zu früh angewendete Opiate, Hyoscyamus 
a. dgl. Die Katarrhe verschlimmern sich ‘ durch adstringirende 
oder gar styptische Mittel, und die Cholera verträgt nicht Chinin, 
nicht Ratanhia, auch nicht mineralische Säuren, wenn sie nicht 
im höchst diluirten Zustande oder in Verbindung mit schleimi- 
gen Mitteln verabreicht werden. Katarrhe exacerbiren durch aus- 
trocknende, gummiresinöse, balsamische oder mineralische Räu« 
rherungen, und die Erfahrung hat die Schädtichkeit derselben 
auch in der. Cholera unwiderleglich nachgewiesen. Der Kalk- 
dunst frisch übertünchter Wände erzeugt- momentan katarrhöse 
Leiden, und auch der Ausbruch der Cholera war meistens dar- 
nach beobachtet. Die Kanthariden stehen ihrer Wirkung nach 
in den Katarrhen weit: hinter den Sinapismen, und in der Cho- 
lera tritt ihre Schädlichkeit wegen der Affection des uropeeti- 
schen Systems nur noch deutlicher hervor. — Die Diätetik giebt 
uns in der Vergleichunz beider Krankheiten den sichersten Fin- 
gerzeig für ihre Ebenbürtigkeit. - In beiden Krankheiten. besteht 
das ganze Thun und Lassen in der Warnungsregel: Krkälte dich 
nicht, und alle diätetische Vorschriften lassen hier und dort die 
Beziehung auf die Verrichtung des dermatischen Sy* 
stema durchblicken: Der Katarrh fordert zu seiner Verhütung
	        
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