Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

Hl. Pathologie - Therapie und medieinische Klinik. 453 
Gebilden. Wurde die Entzündung nicht zertheilt , sondern ging 
sie in Parasitenbildung über, so muss diese resolvirt oder auf 
andere: Weise entfernt: werden. Manche (Condylomen; Schmie- 
Jen, Warzen u. s. w.) verschwinden, nach gehobener Ursache, 
von selbst. Manche lassen sich zertheilen, besonders Verhär- 
tungen des oberflächlichen Zellgewebes und superficieller Drü- 
sen; allein es giebt welche ,. an denen alle Versuche mit auflö- 
senden Mitteln ‚scheitern, z. B. Balggeschwülste, Ueberbeine; 
epeck-, fett - und fleischähnliche Massen, Polypen und dergl. 
Jlat man gegründete: Hoffnung, ein Pseudo - Organ resolviren zu 
können, so wird die entzündungswidrige Methode angewendet, 
wenn. es noch in fortwährendem Wachsthume begriffen ist und 
also die plastische Entzündung noch fortdauert. Die Kälte muss 
hier mit Vorsicht angewendet werden, zumal wenn das Uebel in 
Theilen residirt, welchen eine. vorherrschende Tendenz zu Ver- 
härtung oder. Scirrhenbildung innewohnt. Eben so auch die 
Wärme, wie oben angedeutet wurde: Besondere Kımpfehlung 
verdienen ableitende Mittel, auf solche Stellen angebracht, wel- 
che mit dem abnorm wuc:ernden Theile in antagonistischem Ver- 
hältnisse stehen.‘ Sie sind vorzüglich wirksam, wenn durch sie 
fine nene und angemessen reichliche Absonderung hervorgerufen 
wird, Jedoch dürfen ableitende Mittel dem krankhaft wuchern- 
den Gebilde nicht zu nahe angewendet werden, indem sonst. in 
diesem leicht eine Aufregung bewirkt und dessen regelwidrige 
'Thätigkeit noch mehr angespornt wird. Bleibt sich aber der 
Parasit längere. Zeit gleich, während seine Zertheilung noch zu 
hoffen ist, so wird diese durch örtliche und innerliche Auflö- 
gungsmiltel bewirkt. -- Junge, minder compacte ‘und erethistische 
Parasiten fordern die äussere Anwendung gelinderer Resolven- 
tien; denn die energisch wirkenden können die obwaltende Ent- 
zündung mehr anfachen. Unter den imerlichen Zertheilungsmit- 
teln kann man vor Kirschlorbeerwasser, Opium, Belladonna, 
Schierling , Digitalis und Nur vomica nicht genug warnen. Nicht 
zu zertheilende Wucherungen werden durch Vereiterung, durch 
Tauterien, oder .durch Operation: weggenommen.‘ Polypen der 
Higmorshöhle z. B. werden durch ein Eiterband (Setaccum) zer- 
stört. Schneller kommt man mit dem Glüheisen oder mit. den 
Causticis zum Zwecke; allein die Wirkung erstreckt sich biswei- 
len auf die benachbarten Theile und ist. nicht immer vortheil- 
haft. Dagegen habe die Cauterien den Vortheil, dass sie keine 
Blutungen nach sich ziehen , sondern 8elche sogar stillen. Bei 
Anwendung des cosmischen Pulvers muss man an die Einsaugung 
des Arseniks oder an die specifische Reizung der Nerven den- 
ken, wodurch dem Lehen gefährdet werden kann. Der Zweck 
der chirurgischen Operation ist in der Regel schnelle, nur aus- 
nahmsweise allmähliche Entfernung der Psendomasse; die schnelle 
Entfernung geschieht durch Ausdrehen, Ab und Ausschneiden, 
Auszichen, .Ausschälen und Aussägen; ‚die. Janzgsame Entfernung
	        
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