Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

Summarium des Neuesten 
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zum Gebrauche praktischer Aerzte. 
14. August 1833. 
A? 16. 
ANATOMIE und PHYSIOLOGIE, 
233. Eine seltene Hermaphrodisie; von Dr. Fa. 
Unger, Physicus zu Kitzbühel. Von der ganzen Ruthe war hur 
der kleinste Theil daz von der Eichel nur die untere Hälfte, 
und sie bildete einen bläulich röthen schwammig - fleischigen Kör- 
per, der sich nach oben zu beiden Seiten erhob und in der 
Mitte eine starke rinnenartige Vertiefung zeigte. Nach unten 
und seitwärts war die Eichel von einem sehr wulstigen Präpu- 
tium umgeben und nach vorn. durch ein deutlich ausgebildetes 
Frenulum verbunden. Ueber der. Kichel sah man einen 14 Zoll 
breiten und eben so hohen kreisförmig begränzten rothen Kör- 
per... Er bedeckte die Eichel zur Hälfte, hatte einige unregel- 
mässige Vertiefungen und lag in der Ebene der Hautdecke über 
dem Schambogen. An der Seite ‚war er durch tiefe unregel- 
mässige Gruben begränzt, welche naclı aufwärts ganz flach wur- 
den. Aus diesen Gruben sickerte der Harn tropfenweis unun- 
terbrochen hervor. Ueber diesem rothen empfindlichen, fast ohne 
Epidermis vorhandenen Körper sah man mehrere grosse und 
kleine halbmondförmig ‘gekrümmte, . oft in einander verschmol- 
zene Narben, die ebenfalls röthlich gefärbt waren, aber den Ue- 
bergang zu, der. normalen Hautdecke allmählich herstellten. — 
Eine grössere runde Vertiefung 1; Zoll über, der Eichel zeigte 
die Stelle der ‚ehemaligen Einfügung der Nabelschnur, denn an 
der gewöhnlichen Stelle fehlte der Nabel. — Der Schamberg 
war mässig mit Haaren besetzt, die Leistengegend aufgetrieben, 
Das rechte Scrotum enthielt den Hoden; das linke war leer und 
runzelig. Drückte. man die Eichel. etwas abwärts, so trat ihre 
Grube oder Rinne deutlich hervor ,.und aus dieser, wie aus den 
Seitengruben des rothen Körpers, kam der Harn hauptsächlich, 
Zugleich zeigte: es sich aber, dass aus der ganzen Spalte der 
Eichel und des rothen Körpers Harn hervorquoll. — Der Herm- 
Rphrodit war 15 Jahre alt, 4} Schuh hoch, schwächlicher Con- 
stitution und weiblicher, nicht unangenehmer Gesichtsbildung. 
Die Barthaare fehlten; der Hals war rund und weiblich gebaut, 
die Stimme hoch , fein; die Schlüsselbeine wenig ausgeschweift, 
lie Brust flach, die Brustwarzen klein. Sein Gemüth war furcht- 
Summarium d. Medicin, 1833. V. 20 
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