Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 407 
Schleimhautgeschwüre. . Uebrigens war die ganze Schleimhaut 
in diesem Theile des Darmcanals zwar sehr dünn, doch von nor- 
maler Structur und eine Narbenbildung nicht zu entdecken. Der 
Frühere Durchfall war seit mehreren Wochen, wo das Leiden 
des Kranken nur in Deeubitus und dadurch bewirktem hektischem 
Fieber bestand, ganz geschwunden, ja er halte sogar einer ziem- 
tfich hartnäckigen Leibesverstopfung Platz gemacht, und man darf 
daher der Analogie nach wohl annehmen, dass, wäre der Kranke 
im gastrisch -nervösen Fieber gestorben, Darmgeschwüre in be- 
deutenderer Menge sich gefunden haben würden. Wollte man 
Jagegen eiuwerfen, dass, obgleich der Kranke bald nachher starb, 
sich doch keine Narben in der Schleimhaut des Darmcanals vor- 
fanden, so könnte dagegen der Verf. erwiedern, dass es ihm 
sehr unwahrscheinlich ist, dass diese Geschwüre überhaupt Nar- 
ben bilden. ‘ Er glaubt vielmehr, dass die Heilung derselben 
durch vollständige Reproduction der Darmschleimhauf geschieht ; 
auf dieselbe Weise, wie -die ‚durch die Blasenbildung auf der 
änsseren Haut bedingte flache Grube bald ohne narbenähnliche 
Spur sich ausfüllt und verheilt. Wie sich auf der äussern Haut 
das durch Verflüssigung zerstörte Schleimgewebe schnell erseizt 
und über sich wieder eine Epidermis bildet, so reproducirt sich 
wohl auch die durch Verflüssigung zerstörte Darmschleimhaut. — 
Für die Therapie dieser Fieber ist der hier berührte Gegenstand 
sehr wichtig. Der Verf. hat den Curplan nach der Ansicht mo- 
dificirt, dass diese Geschwüre Producte eines anfangenden Ver- 
falls der reproductiven Sphäre, eines krankhaft gesteigerten or- 
ganischen Verflüssigungsprocesses sind, und er hat Ursache ge- 
habt, mit den Resultaten zufrieden zu seyn. [Casper’s Wochen- 
schrift für die gesammte Heilkunde, 1833, Nr. %.] (K—e.) 
218. Zwei Fälle von ächten Pocken mit Pocken- 
ausschlag auf inneren Schleimhäuten; mitgetheilt von 
Dr. v. Srtoscn uud Dr. Rosert Frormer, d. Ein 36jähriger 
Nchlächter litt seit fast einem Jahre an Husten, Engbrüstigkeit, 
Herzklopfen und wurde seit einigen Wochen merklich schwach. 
Seit einiger Zeit war mit dem Husten ein globulöser, grauweiss- 
licher Auswurf verbunden, flüchtige Stiche durchfuhren mitunter 
die linke Brust, ‘die Percussion gab auf dieser Seite einen sehr 
matten, auf der rechten dagegen einen vollen, sonoren Ton, und 
das Respirationsgeräusch fehlte grösstentheils anf der linken, oder 
war, wo man es noch hörte, mit schleimigem Rasseln verbunden. 
Die Diagnosse wurde auf Phfthisis incipiens gestellt und eine pal- 
liative Cur eingeleitet. 14 Tage später, am 30. Jan. bekam er 
heftig klopfende und drückende Kopfschmerzen, Neigung zum 
Erbrechen, schmuzig- gelb belegte Zunge, schr gereizten, vollen 
Puls, Durchfall und Abends dentliches Fieber. Ein Aderlass 
Tags darauf und ein KEmetievm nützten nur momentan, Das Blut 
zeigte eine starke Crusta inflammatorid. Abends trat neucs Fie- 
ber mit Kopf- und Rückenschmerz ein und die Nacht verging
	        
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