Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

BE 
V. Staatsarzneikunde, 
tet wird. Es muss daher noch eine andere gleichwirkende Ur- 
sache zu diesem Uebel geben, die von Aussen her die Anste- 
ckung bedingt, und der Verf. glaubt, diese in Vermischung der 
Geschlechtsorgane gefunden zu haben, wenn solche im heftig- 
sten Affecte von Seiten des Mannes geschieht. Den giftigen 
Stoff liefert in solchem Falle der Succus pancreaticus. — Da 
über Richtigkeit dieser Ansichten wohl nur die Erfahrung ent- 
scheiden kann, hielt es’S. für nöthig, sie denen zur Prüfung 
vorzulegen, die sich für diesen Gegenstand interessiren. Nach 
seinen Beobachtungen waren die am Mutterkrebse Leidenden 
meist mit Trunksüchtigen oder doch mit Trinkern verbunden, 
die oft in hohe Leidenschaftlichkeit verfielen: Nur in möglichst 
vollkommner Organisation und gesundheitsgemässer Thätigkeit der 
aussondernden Apparate im weiblichen Körper mag es begründet 
seyn, wenn nicht allemal und unbedingt das Carcinom nach je- 
der solchen Ansteckung folgt; wenn aber schädliche Einflüsse 
der Art sich wiederholen, die frische Thätigkeit der Organe ge- 
gen das kritische Alter sich vermindert und das Weib ausser 
Stande ist, so kräftig als früher, schädliche Stoffe wieder aus- 
zuscheiden, oder für sein Leben gleichsam unwirksam zu ma- 
chen, so mag es denn kommen, dass in diesem Alter das Car- 
cinoma uteri häufiger ein Gegenstand ärztlicher Berathung wird, 
[Rust’s Magazin f. d. gesammte Heilkunde, Bd. 39, Hft, 2.1 
(K— e.) 
V. STAL7SARZNEIKUND 
E., 
207. Sectionsbericht und Gutachten über einen 
Erwürgten; mitgetheilt von Dr. Speyer zu Bamberg. Ein 
17jähriger Buchbindergesell, Sohn achtbarer Eltern, der am 11. 
Sepibr. 1829 das elterliche Haus verlassen hatte, um sich auf 
die Wanderschaft zu begeben, wurde kurze Zeit darauf am 15. 
Sept. in einem etwa 100 Schritte von der Strasse entfernten, nahe 
bei dem Dorfe G. liegenden Hölzchen todt gefunden; ein Bäcker- 
gesell und ein Schneidergesell, die erst einige Tage mit ihm 
gereist waren, hatten den grässlichen Mord bloss aus Habsucht 
verübt. Der erstere, ein ganz demoralisirter Mensch,’ der be- 
reits wegen Diebstahls im Zwangsarbeitshause detinirt gewesen, 
der den ‘Anschlag zur That gegeben und sie vorzugsweise ver- 
übt hatte, läugnete, während sie der andere weniger Verdor- 
bene anfrichtig bekannte und zu 4jähriger Zuchthausstrafe ver- 
urtheilt wurde, hartnäckig, behauptete, weder den Verstorbenen 
noch den wider ihn zeugenden Schneidergesellen, mit dem er 
die That gemeinschaftlich verübt, zu kennen, und konnte des- 
halb nur zur Zwangsarbeitsanstalt verurtheilt werden; nach acht- 
monatlichem Aufenthalte daselbst, meldete er sich zum Verhöre 
und gestand nun unter näherer Angabe der einzelnen Umstände
	        
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