Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

303 II. Materta mediea und Toxikölogie. 
nlırmä nur eine- Gesichtshälfte' ein uhd zwar:die, wo die. Wur- 
zel‘krank ist, Schreitet die. Desorganisation, fort, so findet der 
merkwürdige Hinzutritt einer Anästhesie: zur Neuralgie Stätt, 
Die Hautnerven büssen ihr Leitungsvermögen der: Semsibilität 
ein und Stirn- und Backenhaut wird unempfindlich: gegen äus 
sere Reize; während der Reflex des schmerzerregenden Central 
leidens auf das peripherische Ende anhält.. Durch die zahlrei- 
chen: Verbindungen des Quintus mit dem Sympathieus kommen 
nicht selten zu Gesichtsneuralgieen Störungen in der Ernährung 
und Absonderung der ergriffenen Gebilde. «RR. sah diese beson- 
ders in Fällen der erwähnten peripherischen Neuralgie hei 
Frauenzimmern in der Mundhöhle. Sie bestanden in Auflocke- 
rung, Entzündung des Zahnfleisches und Röthe der die innere 
Backenfläche auskleidenden Schleimmembran mit Gefühl von 
Brennen und Schmerz. Diese oft fälschlich für scorbutisch ge- 
haltenen Erscheinungen kommen und schwinden mit der Proso- 
palgie, so dass sich ihr Zusammenhang nicht verkennen lässt, — 
In der Ischias konnte der Verf. bisher nur. einmal die enderma- 
tische Methode versuchen, Die Kranke war ein robustes, 36jäh- 
riges Frauenzimmer, die sich das Uebel durch anhaltendes baar- 
füssiges Stehen auf nassem Fussboden zugezogen hatte. In der 
Gegend der Fibula des Wadenbeins wurde ein Vesicator gelegt 
und Morgens und Abends 4 Gr. essigsaures Morphium anfge- 
streut, Der Erfolg war jedoch, wenn auch ‚in den ‚ersten Näch- 
ten die Exacerbationen ’des Schmerzes verhütet wurden, keit 
bleibender, und man musste zu andern Mitteln schreiten. Da- 
gegen sah R. u. A. vom endermatischen Gebrauche des Mor- 
phium die trefflichste Wirkung bei Neuralgieen der KExtremitä- 
ten, die in den peripherischen Enden ihren Sitz haben. So be- 
obachtete BaArez eine an Neuralgie im linken Oberarme leidende 
Frau, die, nachdem sie 6 Wochen erfolglos. mit. verschiedenen 
Mitteln behandelt worden war, nach 3 bis 4maligem Aufstreuen 
von 4 Gr. Morph. acet. auf das in der Nähe der leidenden Stelle 
gelegte Vesicator schnell und völlig geheilt wurde. — Ein 15jäh- 
riger junger Mensch, den R. als %jährigen Knaben durch Blut- 
egel und Zinkblumen binnen 8 Wochen von Chorea geheilt hatte, 
bekam, nachdem er sich seitdem wohl befunden, im April 1831 
ein heftiges Fieber mit reissenden Schmerzen in den untern Ex- 
tremitäten. Bald nach seiner Genesung stellten sich Convulsio- 
nen in der linken obern Körperhälfte ein, der linke Mundwin- 
kel bebte und zuckte, sowohl in der Ruhe, als beim Sprechen, 
das jedoch, wie Stand und Beweglichkeit der Zunge normal war, 
Der linke Arm war ebenfalls Tag und Nacht von Zuckungen be- 
fallen und zwar stärker, wenn er frei herabhing, als wenn er 
sich auf etwas stüizte. Wenn auch der Arm beweglich war, so 
fand sich doch Störung in der Association seiner Bewegungen, 
wodurch diese den Anschein von Ungeschicklichkeit bekamen. 
Die Gegend des letzten Hals - und ersten Brustwirbels schmerzte
	        
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