Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

{.:* Pathologie, Therapie und medieinische Klinik; 347% 
ren, ist der Knabe sehr stark und kräftig und seitdem nicht, 
mehr krank gewesen. — Kin anderer hierher gehöriger Fall 
jst nachstehender: ein Sohn gesunder Eltern auf dem Lande, 
der bis in sein 9. Jahr ohne sonderliche krankhafte Affectionen 
geblieben seyn sollte, bot alle Zeichen einer completen Phthisis 
dar. Von ätiologischen Momenten liess sich nichts auffinden, 
als dass ein Kopfausschlag allmählich von selbst aufgehört haben 
sollte, und :die Mutter des Kranken stand nicht in Abrede, dass 
wie der Ausschlag ab- so das Lungenjeiden zugenommen: habe, 
Unter diesen Umständen war zu vermuthen, dass zur Beseiti- 
gung ‚irgend einer Dyskrasie die Natur jenen Kopfausschlag her- 
vorgerufen habe. und, durch dessen Abtroeknung in ihrem Ge- 
schäfte gestört, zu einer schädlichen Operation in den Lungen 
umgestimmt worden sey. Eine nach dieser Ansicht veranstaltete. 
Einreibung der Stellen, die den Kopfausschlag eingenommen, 
mit Ung. tart, stib. brachte bald reichliche, Eiterung und neben 
dem innerlichen Gebrauche der Enula binnen 4 Wochen: die ra- 
dicalste Heilung zu Wege. — Wenn auch in. den beiden letz- 
ten Fällen. eine Scrophulosität gerade nicht zu Tage liegt; 80 
möchte eine solche doch wohl nicht ganz mit Unrecht hier an- 
zunehinen seyn. ‘Man nenne übrigens diese ‚meist angeborene 
Dyskrasie, die wir, da sie unter den meisten Symptomen der 
uns bekannten Scropheln auftritt, Scrophulosis nennen wollen, 
und die entschiedene Tendenz zeigt, sich durch Kopfausschläge 
auszugleichen, wie man immer wolle. Sie hat ihren Grund in 
Verstimmung des Lymphgefässsystems und des ganzen Ver- 
dauungsapparates und-ist mit Arthritis, wenn nicht ein und das-, 
selbe, doch nahe verwandt. Vielleicht ist sie für uie Jugend, 
was jene für das Alter ist. Sie lässt ebenfalls die Eintheilung. 
in eine legitima, anomula und incongrua zu und kann auch auf. 
gleiche Weise retrograd werden. Unter mehreren in dieser Be-. 
ziehung hierher gehörigen Krankheitsfällen, die der Verf. beob- 
achtete, hat er folgenden besonders der öffentlichen Mittheilung: 
für werth gehalten: eine 9jährige Tochter gesunder Eltern auf; 
dem Lande hatte vor 3 Jahren eine Lungenaffection überstan-! 
den, die nahe an Phihisis gränzte, aber doch, wenn auch lang-, 
sam, den gehörigen Mitteln wich. Kine anhaltende . Nachcur: 
schien die Gesundheit für die Dauer befestigt zu haben, ‚doch 
ging alles anders, als man gedacht hatte, und im Herbste 1831: 
fand der Verf. das Mädchen in folgendem Zustande: sie. war: 
ganz abgezehrt, hustete viel, warf bedeutend aus, hatte kurzen; 
schwachen Athem und deutliches hektisches Fieber. Die Ober- 
lippe war stark angeschwollen, rissig, mit KEiterporken und 
Schrunden besetzt, die Nase dick, roth und auch das linke Auge 
litt. Die Conjunetiva war entzündet ‚und die Cornea- getrübt 
und mit Geschwüren besetzt... Das Mädchen erhielt eine Solutio 
mercur. subl. corr. c. Laud., in den Kopf wurde kräftig das 
Unguent. tart. stid. eingerieben und innerlich Calamus mit Spir.
	        
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