Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

264 IL Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
braunen . Harne mit Sedimentum lateritium, an. der lividen 
Farbe des manchmal gedunsenen Gesichtes, an dem Nasenblu- 
ten, dem vollen, trägen Pulse, dem schweren Athem, an den 
Petechien, dem Husten mit Schleimauswurfe, an der Uebelkeit, 
dem bittern Geschmacke, der belegten Zunge, dem Erbrechen 
von Schleim und Galle, dem Durchfalle, Drucke im Vorderkopfe, 
ängstlichem Schlafe und an den abendlichen Kxacerbationen. 
Nicht selten fand sich Torpor ein mit geschlossenen‘ Augen und 
geliude schnarchendem Athem. Gleichzeitig mit diesen nervö- 
sen Fiebern kamen Fälle vor, in welchen das Fieber wie eine 
Neuropathica ecephalica verlie£ und dem Chinin zauberisch wich. 
Mehrere. Symptome deuteten auf eine Ixtermittens tarvata. 
Auch in dieser, übrigens gutartigen, Epidemie litten diejenigen, 
welche ohne ärztliche Hülfe blieben, hart, lange, und büssten 
nicht selten mit dem Leben, während übrigens keiner starb. 
(Horn’s Archiv, 1832 , Novbr., Decbr.)] (V—t.) 
142. Ueber die Gehirnzufälle bei der Gesichts- 
und Kopfrose; von Pıoray,. Arzt an der Salpetriere. + Nach 
den Erfahrungen des Verf. treten bloss dann Gehirnaffectionen zu 
der Gesichtsrose, wenn dieselbe die Augenhöhle heftig ergreift, 
sich durch diese dem Gehirn mittheiltt, oder in ihr Eiterinfiltra- 
tionen bildet. Diese letztere Erecheinung beobachtete P. in vier 
Fällen. Das Eiter fand sich entweder unter‘ dem Periosteum 
des Augengewölbes, oder auf den Boden der Augenhöhle, oder 
im Zellgewebe um den Sehnerven , oder endlich auf beiden Sei- 
ten. In fünf andern Fällen, wo die Augenhöhle nicht ergriffen 
war, waren anch keine Gehirnzufälle vorhanden. Zur Bestäti- 
gung der Ansicht P’s heben wir von den vier mitgetheilten Fäl- 
len folgende zwei aus: 1) Eine GOjährige Frau, an-einer leich- 
ten Bronchitis leidend, wurde olıne äussere Veranlassung von 
einem Erysipelas befallen, welches sich auf der rechten Wange, 
in der dem Thränensacke entsprechenden Gegend, entwickelte, 
ohne dass dabei Geschwulst des letztern, oder Epiphora Statt 
fand. Die Haut war anfangs 2 Finger breit roth; diese Röthe 
zog sich dann über die Augenlider, welche anschwollen und das 
Auge gänzlich verschlossen. . Die Krankheit verbreitete ‚sich über 
die übrigen Theile des Gesichts, auch das andere Auge ward 
hereingezogeir, und der zuerst afficirte Punkt ward am vierten 
Tage, bis wohin er glänzend und elastisch gewesen war, teigig 
und eindrückbar. .Der allgemeine Zustand war anfangs nicht ge- 
trübt; mit dem steigenden Uebel aber beschleunigte sich der 
Puls, und am 5. "Tage trat Stupor, Coma und Delirium ein, 
Der behaarte Theit des Kopfs blieb dabei fast von jeder Af- 
fection frei. Am 5. Tage erfolgte der Tod. Die 24 Stunden 
nach demselben vorgenommene Leichenöffnung ergab Folgendes: 
Die während des Lebens so rothe Haut war nun normal gefärbt 
und kaum verdickt. Im. Zell- oder Fettgewebe der- rechten 
Wange, nahe am Periosteum , fand sich Kiter in 2 kleinen, et-
	        
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