Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

A 
v. . Staatsarzneikunde. 
ches Resultat bot. Ein: Athemzug war” nicht bemerkbar, und 
der kaum fühlbare Puls machte in der Minute 'nur-21 Schläge, 
Am nächsten Morgen wurde die Eisennaphtha noch einmal ge- 
reicht und alle Erscheinungen des vorigen Tages wiederholten 
sich. Der Vater des Knaben, ein ganz zuverlässiger Mann, 
würde noch jetzt auf Verlangen dies Factum eidlich hestätigen. — 
Es wäre sehr zu wünschen, dass unter. ähnlichen Umständen 
diea Mittel geprüft würde. Da bei gesunkenem Blut- und Ner- 
venleben die flüchtigen Eisenmittel volle Anwendung finden, hier 
aber entgegengesetzt wirkten, so lässt sich das durch die Eisen- 
naphtha erhaltene Resultat nicht anders erklären, als dass die- 
selbe durch gleichzeitiges Vorhandenseyn des thierischen Magne- 
tismus contraindicirt war, und statt Belebung gänzliche Depres- 
sion des. Organismus zur Folge hatte. [Hufeland’s Journal der 
prakt, Heilk, 1833, Jan.} (K—e.) 
V. STAATSARSZ. 
A 
‚UND E. 
133. Ueber das Erkennen der Gehirnerschütte- 
rung bei gerichtsärztlichen Untersuchungen, der 
Kopfverletzungen sowohl an lebenden Personen, als 
an Leichnamen. Die Wirkungen der verübten Gewalt im 
Innern des verletzten Menschen sind die Gehirnerschütterung, 
die Extravasation und die Entzündung. Die Erkenntniss und 
Unterscheidung derselben ist dem gerichtlichen Arzte von gröss- 
ter Wichtigkeit. Die Zufälle der Gehirnerschütterung in 
geringerem Grade sind Betäubung, Neigung zum. Schlafe, Un- 
fähigkeit sich zu bewegen, Unempfindlichkeit, Neigung zum Bre- 
chen. In stärkerem Grade: Erweiterung der Pupille, Empfin- 
dungs-, Bewegungs- und Bewusstlosigkeit. Im stärksten Grade: 
1) baldiger Tod. 2) Die von der Erschütterung direct abhängi- 
gen Zufälle entstehen allemal unmittelbar nach erlittener Gewalt. 
$) Die Zufälle sind veränderlich, bald gelinder, bald stärker. 
4) Das Athmen ist leicht und frei, wie bei fest Schlafenden. 
5) Der Puls ist weich und gleichmässig. 6) Ein Aderlass macht 
den Puls sinken, bringt Zunahme der Zufälle und grosse Schwä- 
che. — Die Zufälle der Extravasation in geringerem Grade 
sind: Schwindel, Schwerhörigkeit, schwarze Flecke vor den Au- 
gen, stotternde Sprache, Schläfrigkeit. In stärkerem Grade: 
Sinn- und Bewusstlosigkeit, tiefer Schlaf mit Schnarehen, un- 
bewegliche Pupille, unwillkührlicher Koth- und Harnabgang. - Im 
stärksten Grade: 1) Anfhören des Pulsschlages und Athemholens 
und unter Zufällen des Schlagflusses bald erfolgter Tod. : 2) Die 
Zufälle treten erst einige Zeit, einige Minuten und Stunden nach 
erlittener Gewalt ein. 3) Die Zufälle dauern in gleichem Grade 
fort, bis sie entweder aufhören und in Besserung übergehen
	        
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