Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

196 I. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 
zistica zwar gehoben wurde, aber doch constanten Husten mit 
beträchtlichem eiterähnlichen Schleimauswurf nebst merklicher 
Ahbmagerung zurückliess. Im Sommar 1829 hatte er einen ähn- 
lichen Anfall mit Blutspeien und Fieber, wurde jedoch geheilt. 
In den ersten Septembertagen 131 bekam Patient Katarrh und 
Fieber, wobei sich die Brustbeschwerden mehrten. Im October 
nahm das Uebel den Quartantypus an, der durch Chinin wegge- 
nommen wurde. Husten und eiteriger Auswurf dauerten fort; 
die Füsse wurden ödematös; die linke Seite über der Milzge- 
gend wurde stechend-schmerhaft u. s. w., ünd im November er- 
folgte der Tod. Leichenbefund: die linke Lunge: mit der 
Rippenplenra verwachsen, Am 'untern Theile der Brusthöhle 
befand sich ein Sack mit mehreren Pfunden dicken, homogenen, 
gelben Eiters. Ansammlung von ’wässeriger Feuchtigkeit in der 
Brusthöhle. An der Spitze der linken Lunge eine nussgrosse 
Verhärtung. Ein grosser Theil des untern Lappens. war verhärtet, 
ein änderer zerstört und erweicht. Die’ Luftröhremräste waren 
blassröthlich, die Schleimhaut aufgelockert, mit eiterigem Schleim 
bedeckt. Das Parenchym dieser‘ und auch der rechten Lunge 
sehr ödematös. Die Leber war weich und grobkörnig. Es’ ist 
wohl nicht zu bezweifeln, dass der heftige Kolbenstoss, welcher 
vor 25 Jahren die linke Seite des Brustkorbes traf, dieses chro- 
nische Brustübel veranlasst hat. — Eine, mit Schwindel und 
Stenocardie behaftete, 76jährige Fran zog sich durch Erkältung 
eine Pneumonie zu, die ihr Leben endete. Ausser mehreren 
Abnormitäten, die dem hohen Alter nicht fremd sind, fand man 
in der Leiche die Sinus, wie auch die Venen der Ober- und 
Grundfläche des Gehirns, fast blutleer, die graue und nicht 
scharf begränzte weisse Substanz weich und, je näher den Cen- 
traltheilen, um so breiiger, und die KErhabenheiten zum Theil 
verschwunden, Die Arteria basılaris enthielt mehrere Knochen- 
punkte. Sämmtliche Rippenknorpel verknöchert, das‘ Herz mit 
der untern Fläche des Brustbeines verwachsen, der FVentriculus 
dexter cordis mit den bedeutend verdiekten Wänden des Her- 
zens verwachsen und mit einem ansehnlichen Psendopolyp ver- 
sehen. Klier, in den Arterien, in der halbimondförmigen und 
Mitralvalvel andere polypöse und knochige Concremente. Am 
Atrium sinistrum und in beiden Kranzarterien viel Knochenla- 
mellen. So auch im absteigenden Aortenbogenz ja die üinca 
dextra war fast zu einem knöchernen Kanal geworden. An man- 
chen Stellen war die Faserhaut in eine käsige Substanz verän- 
dert und ihr seröser Ueberzug verdickt oder zerstört. Aehnli- 
ches fand sich in Carotis 'dexträ und Subelavia sinistra. Der 
mittlere Lappen der echten Lunge war vollkommen, der obere 
und untere nur theilweise ‘hepatisirt- und der Schwimmfähigkeit 
beranbt.. Der Uterus enthielt drei erbsen- bis haselnussgrosse 
Faserknorpelgeschwüre. mit dünner Cystis in seinem Gewebe 
einen kleinen Schleimpolyp im Grunde seiner Höhle und weiter
	        
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