Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

i42 1]. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
an die Reihe, doch leisteten sie eben so wenig, als die Tinct, 
sem. Stramovnii und als das Kali muriatieum hyperoxydatum nach 
Meyer. Das Ung.,hydrarg. ciner, mit Opium brachte nur mo- 
mentane Linderung, und Blasenpflaster im Gesichte nach dem 
Laufe der Nerven halfen einige Tage. Später wurde hinter bei- 
Jen Ohren durch Empl. canth. perp. eine starke KEiterung meh- 
vere Wochen unterhalten und nebenbei Blutegel gesetzt, wo- 
Jurch endlich der Kranke von seinem Uebel befreit wurde. Seit 
5 Jahren befindet er sich nun wohl: [Hufeland’s Journ. d. prakt. 
Heilkunde, 1832, Dec.] (K— e.) 
69. Epilepsie in Folge einer Nervenverletzung; 
beobachtet von Dr. Hassacm zu Bensberg bei Cöln. Ein 19jäh- 
riges, früher immer gesundes, starkes Mädchen stiess sich mit 
einer spitzen Gabel von ungefähr am Ellenbogengelenke in den 
rechten Vorderarm. Ks folgte heftiger Schmerz, doch wenig 
Blutung und der ganze Vorderarm schwoll bald bedeutend an, 
Später bildete sich ein Abscess, den ein Wundarzt öffnete, 
worauf Ohnmachten und Convulsionen erschienen. Letztere wie- 
derholten sich täglich 5—6 Mal und waren anfangs von einem 
heftigen Schmerze an der verletzten Stelle des Armes begleitet, 
der zum Kopfe ging, worauf dann gleich Bewusstlosigkeit mit 
Convulsionen eintrat. Der Verf. erkannte das Uebel für wahre 
Epilepsie durch Verletzung eines Nervenastes am Arme, : ver- 
ordnete die Pulp. antiepilept. Pharm. paup, und liess Ung. hy- 
drarg. ciner. mit Opium einreiben, wodurch er die Kranke, ohne 
dass je wieder ein epileptischer Anfall . zurückkehrte, . binnen 
3 Wochen herstellte. [MHufeland’s Journ. f. d. prakt. Heilk., 
1832, Dec.] (K—e.) 
40. Mittheilunng des Veitstanzes durch Sympa- 
thie. KorrmAnn in Delbrück behandelte an dieser. Krankheit 
ein 12jähriges, blühendes Mädchen. Alle Formen von Conval- 
sionen traten schnell hintereinander ein. In einer Stunde wech- 
selte Taubheit mit höchster Empfindlichkeit des Gehörsinns und 
Stummheit mit articulirter Rede und Gesang. Nach einiger Zeit 
wurde die 10jährige Schwester von derselben Krankheit befallen 
und bald darauf auch die Zwillingsschwester der Letztern. Ar- 
muthawegen konnten die Kinder leider nicht getrennt werden. 
[Aus amtlichem Berichte: Med. .'-it. v. Vereine f. Heilk. in 
Preussen, 1833, Nr. 9.] (K— ee.) 
71. Ausbrüche der Wasserscheu; aus amtlichen Be- 
richten mitgetheilt vom Medic. Rath Dr. Anzers. Im Sept. und 
Nov. v. J. sind im Regierungsbezirk Posen nachstehende 3 inter- 
essante Fälle von Wasserscheu bei Menschen vorgekommen: 
1) Am 18, Juli balgte sich ein Schiffer im Scherze mit einem 
Andern. Der Hund des Letztern, seinem Herrn zu Hülfe kon- 
mend, sprang am Erstern hinauf und schrammte ihn leicht mit 
den Zähnen unter dem linken Auge. Tags darauf biss derselbe 
Hund noch einen andern Schifferknecht, worauf der Verdacht
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.