Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

124 
VI. Gynäkologie und Pädiatrik. 
aber auch nicht. Zugleich, oder auch erst später bemerkt man 
Veränderungen im Total-Habitus und Allgemeinbefinden des Kin- 
des, Es fängt an etwas abzumagern, was man zuerst ander 
Schlaffheit der Haut am Oberarme, später an den Lenden wahr- 
zunehmen pflegt; es wird ärgerlich und verdriesslich , die Nächte 
sehr unruhig uud bekommt von Zeit zu Zeit fieberhafte Zufälle, 
die meistens nach einigen Tagen sich verlieren, aber auch bald 
sich wiederholen und dann in der gewöhnlichen Sprache des 
Laien und oft auch des Arztes auf Rechnung. des Zahnens kom- 
men, oder anhaltender werden, in die sogenannten remittirenden 
oder Schleim- Fieber übergehen, und dann oft die grösste Aehn- 
lichkeit mit der Febris hydrocephalica haben, indem das Gehirn 
consensuellen Antheil nimmt. Kigenthümlich ist dabei die Be- 
schaffenheit der Faeces, die, fast nur aus Schleim bestehend, 
bald dem gehackten Kohl, bald dem Zwetschenmnss oder der 
grünen Seife in Farbe und Consistenz vollkommen gleichen. Zu- 
weilen werden auch die bekannten echleimigen Concretionen in 
Gestalt der Darmhäute entleert, — Alles, wie B. glaubt, krank- 
hafte Producte der absondernden Organe der Schleimhaut des 
Darmkanals. — Mehrere andere Symptome übergeht der Verf, 
und setzt sie als bekannt voraus; nur auf einige Krankheitsfor- 
men der Kinder, welche augenscheintich bloss unmittelbare Fol- 
gen der allgemeinen Scrophelkrankheit sind, häufig aber zu iso- 
Hirt aus dem Gesammtgebilde des Uebels herausgerissen wer- 
den, erlaubt er sich in ihrer Beziehung zu einander anfmerksam 
zu machen. Schreitet die allgemeine Scrophelkrankheit vor, 
doch so, dass sie vorzugsweise auf das aufsangende Gefäss- 
system beschränkt bleibt, so entwickeln sich Anschwellungen der 
Gekrösdrüsen, Tuberkeln in den Lungen, Atrophie, und erst 
nach langen Leiden erfolgt der Tod. Dagegen wird das Ende 
verhältnissmäsesig viel schneller herbeigeführt, wo die BRUNNER’- 
schen und Prxer’schen Drüsen im höhern Grade mit ergriffen 
sind. Die in ihnen begonnene Desorganisation theilt sich zuerst 
der Schleimhaut, nicht bloss der dünnen und dicken Gedärme, 
sondern auch des Magens, und weiterhin allen übrigen Häuten 
des ganzen Darmkanals mit, es entsteht eine colliquative Diar- 
rhöe, welche durch kein Arzneimittel zu stopfen ist, und oft 
in sehr kurzer Zeit einen völligen und tödtlichen Collapsus vi- 
rim herbeiführt, während die Umstehenden oft noch eine ein- 
fache Zahnruhr vor sich zu haben glauben. Nicht selten ge- 
hen dem Tode hier alle diagnostischen Erscheinun- 
gen der gallertartigen Magen- und Darmerweichung 
voraus und die Leichenöffnung bestätigt die Dia- 
gnose, indem sich ausser den Desorganisationen der Gekrös- 
und Darmdrüsen, der Leber u. 8. w. der Fundus und oft der 
grösste Theil des Magens, nebst bedeutenden Strecken des Dar- 
mes, von Innen aus bis auf den Bauchfellüberzug, in eine Gal- 
lerte verwandelt findet. Dem Verf. kamen selbst Fälle vor, wo 
alle Darmhäute, mit Ausnahme des Bauchfellüberzuger, etwa im
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.