Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

VI... Gynäkologie und Pädiatrik, 
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den Jässt. Selten, aher doch zuweilen, sieht man ganz deut- 
lich auf der Mitte des Körnchens eine Mündung, so fein wie 
eine Nadelspitze und von schmuziger Farbe. Stets haben diese 
Körnchen, so weit sich ein so zarter Körper mit unsern Sin- 
nen erfassen lässt, das den Drüsen eigenthümliche Gefüge. Nie 
hat der Verf. eine Höhle in ihnen entdeckt. Schreitet die Des- 
organisation noch weiter vor, so werden jene Körnchen völlig 
tuberkulös und sind nur noch an ihrem haufenweisen Vorkom- 
men zu erkennen. Es scheint jedoch dem Verf., als wenn in 
diesem Zustande mehrere der erwähnten Körnchen in einem Tu- 
berkel zusammengeflossen wären, denn nie fand er so viele Tu- 
berkeln, als drüsige Körnchen in einem Hanfen. Endlich gehen 
die Tuberkeln in Vereiterung über und bilden anch jetzt sel- 
tener ein einzelnes Geschwür von grösserem Umfange, sondern 
gewöhnlich eben so viele neben einander befindliche kleine Ge- 
schwüre, wie Tuberkein vorhanden waren. — Diese sogenann- 
ten Peysr’schen Drüsen hält B. für wirklich drüsig und schreibt 
ihnen einen Antheil der Absonderung des Swcc. enteric., wie 
den Brunner schen Drüsen die Schleimabsonderung, zu. — Mit 
dieser: Ansicht des Verf.’s über die muthmaassliche Function der 
Brunner ’schen und Pryer’schen Drüsen im gesunden Zustande 
scheinen ihm auch die am lebenden, aber kranken kindlichen 
Organismus beobachteten Symptome, die man gewöhnlich der 
scrophulösen Dyskrasie im Allgemeinen beilegt, die aber doch 
wohl zunächst in der geschilderten krankhaften Affection jener 
Organe und der dadurch bedingten qualitativen und quantitativen 
Veränderung ihres Secretum ihren Grund haben, übereinzustim- 
men. Denn, unterliegt der Fütus seinem Uebel nicht schon im 
Mutterleibe, oder entwickelt sich dasselbe erst nach der Ge- 
hburt, so stellen sich oft schon bald nach derselben, oft aber 
auch erst nach dem Entwöhnen, mancherlei Zeichen ein, die 
den verborgenen Feind unter einem zuweilen anscheinend von 
Gesundheit oder wenigstens von Fettleibigkeit strotzenden Ha- 
bitus ziemlich sicher entdecken lassen. Kinder mit dieser Dis- 
position nämlich verrathen dieselbe schon im Aeusseren durch 
‚eine feine wachsweise- oder schmuziggraue Haut, olıne alle Spur 
von Röthe, durch einen grossen Schädel und die übrigen be- 
kannten Zeichen einer scrophulösen Anlage. Sie pflegen an- 
fangs sehr an Verstopfung zu leiden und entleeren häufig un- 
ter vielen Schmerzen dem Schafkoth in Gestalt ähnliche Fueces, 
gewöhnlich mit Schleim, zuweilen auch mit Blut überzogen. 
Schneidet man diese durch, so sehen sie wie ein dichter Tö- 
pferthon aus, bald ohne, bald mit gehöriger galliger Färbung, 
Der Unterleib fühlt sich teigig und aufgetrieben an. Schreitet 
die Desorganisation auf der innern Fläche der Gedärme fort, so 
wird der Stuhlgang unregelmässig, bald noch: zur Verstopfung, 
bald zur Diarrhöe hinneigend. In letzterem Falle sind die Fae- 
ces wasserdünn, schleimig und färben die Tücher grün, wobei 
die Kinder oft viele Blähungen und Leibschmerzen haben, oft
	        
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