Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

VL Gynäkologie und Pädiatrik. ı 321 
frühesten und allgemeinsten die krankhafte Vegetation des Kör- 
pers ausspricht, ist das Drüsensystem, vorzüglich des Unterlei- 
bes; es entwickelt sich die allgemeine scrophulöse Dyskrasie, 
woran aber nicht bloss die zum Aufsaugen und der weitern 
Bearbeitung des Chylus bestimmten Organe zuerst Antheil neh- 
men, wie die Vasa lactea und Mesenterialdrüsen, sondern auch 
die: secernirenden und durch Beimischung ihres Secretum den 
Chylus bereiten helfenden Organe, wohin der Verf.;, ausser der 
Leber und dem Pankreas, auch die Brunner’schen und Peyer’- 
schen Drüsen rechnet. Diese beiden letzten Organe lassen sich 
zwar im gesunden Darmkanale sehr schwierig und gar nicht 
nachweisen; allein in ihrem kranken Zustande lässt sich an ih- 
rem Daseyn im gesunden nicht zweifeln, und man kann, sie 
durchaus nicht etwa für ursprüngliche und zufällige Afterorgane 
erklären, da ihr krankhaftes Auftreten und Fortschreiten zu re- 
gelmässig ist. Was der Verf. darüber sagen kann, gilt eben- 
falls nur von dem krankhaften Zustande des Darmkanals und 
dieser Körperchen. In einer beträchtlichen Anzahl Leichen, 
meistens von Kindern unter 3 Jahren, fand er auf der inneren 
Fläche der Gedärme zwei verschiedene Arten von Körperchen, 
welche, wenn man den Darm von Aussen betrachtet, und be- 
sonders wenn er mit Luft angefüllt und übrigens transparent ist, 
als undurchsichtige Flocken erscheinen... Die eine Art dersel- 
ben sind isolirt stehende, runde Körperchen und findet sich 
in zahlloser Menge im ganzen Darmkanale, vom Anfange des 
Zwölffingerdarms bis zum Ende des Mastdarma verbreitet, am 
allerzahlreichsten jedoch im Zwölffingerdarme, Quergrimmdarme 
und Mastdarme, Zuweilen nehmen sie nur ausschliesslich den 
einen oder andern Theil des Darmkanals ein. Bei Erwachsenen, 
die an chronischer Krankheit der Leber, des Pylorus oder Pan- 
kreas gestorben waren, fand B. sie mehrmals auf das Duode- 
num beschränkt. Ihre Grösse variirt nach dem ‘Grade ihrer 
Desorganisation von der eines feinen Samenkorns bis zu der 
einer Linse, jedoch sind sie im Allgemeinen am grössten im 
Dick- und Mastdarme. Im geringsten Grade der Desorganisa- 
tion erschienen sie auch auf der innern Fläche des Darmes nur 
als Pünktchen, von welchen man keine weitere Beschreibung ge- 
ben kann, als dass die übrigens durchsichtigen Darmhäute an 
der Stelle dieser Pünktchen undurcheichtig geworden sind. Ha- 
ben dieselben bei fortschreitender Krankheit die Grösse eines 
feinen Nadelknopfes erreicht, so entdeckt man schon, dass sie 
hohl, in die Häute des Darmes eingesenkt und mit der inner- 
sten, feinen Haut desselben überdeckt sind. Ihr Contentum 
scheint alsdann wasserheil zu seyn. Haben sie bis zu der Grösse 
eines Hirsenkorns und darüber zugenommen, so liegen sie wie 
kleine Pusteln &eutlich über der innern Fläche Jes Darmes er- 
haben und sind am Umfange etwas flacher, als in der Mitte. 
Genau auf der Spitze der Pustel bemerkt man schon jetzt ein 
Pünktchen, nicht viel grösser ala eine Nadelspitze, und ge-
	        
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