Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

120 VI. Gynäkologie und Pädiatrik. 
hielt sich einige Zeit in Holland bei ihrem Sohne auf, suchte dann, 
obwohl vergeblich, auf mehreren Universitäten Hülfe und kam dann 
wieder in die Heimath zurück. Jetzt ist sie 68 Jahre alt, und da sie 
wieder als unheilbar aus dem Landkrankenhause entlassen und S. 
als Physikus zur Aufnahme in ein Armenversorgungshaus zugeschickt 
worden, so untersuchte sie derselbe nochmals, weil sie behauptete, 
nach 17 Jahren in ihrem hohen Alter immer noch schwanger zu seyn. 
Die Bauchwassersucht ist ganz verschwunden, sie ist jetzt ganz ab- 
gemagert, die vor 17 Jahren fühlbare Geschwulst in der rechten 
Seite ist mehr noch als 2 Mal grösser geworden, härter und nimmt 
jetzt auch schon die Lebergegend ein; die Scheide ist in ihrer Hälfte 
oben nach dem Muttermunde hin verwachsen; rechterseits in dieser 
Verwachsung findet sich eine tendinöse Vertiefung , die nur die 
Spitze des Zeigefingers einlässt. [Gemeins. deutsche Zeitschr. etc. 
VII, 4.) - (L—t.) ; 
61. Kurze Bemerkungen über den fehlerhaften 
Wachsthum des kindlichen Organismus, und die da- 
durch bedingten Krankheiten einzelner Organe in 
ihrer wechselseitigen Beziehung zu einander; mit- 
getheilt von Dr. BArKuausen zu Bremen. Oft wiederholte Beob- 
achtungen am Krankenbette und Leichenöffnungen geben dem 
Verf. die Ueberzeugung, dass die ausserordeniliche Mortalität 
der Kinder in den ersten Lebensjahren in einer fehlerhaften Pro- 
ductivität des kindlichen Organismus begründet‘ sey, deren Ur- 
sachen viel weniger häufig durch äussere Einflüsse in diesem 
selbst erzeugt, oder nach der Geburt acquirirt, ‚als ihm von 
einer krankhaften Beschaffenheit eines oder beider ihn erzeu- 
genden Organismen angeboren werden. Jede in den Aeltern 
schlummernde, oder sogleich beim ersten Anblicke in die Augen 
fallende Kachexie, wie Rhachitie, Seropheln und Syphilis, so 
auch Gicht, Hektik u. 8, w., manche an einen bestimmten Ha- 
bitus geknüpfte Krankheiten oder Krankheitsursachen, wie Epi- 
lepsie, Geisteskrankheiten, Abdominalstockungen, der apoplekti- 
sche Habitus etc., ferner selbst vorübergehende, aber beim Zeu- 
gungsact vorhandene, krankhafte Zustände der Eltern, wie fast 
jede acute oder chronische Krankheit, im Rausche u. dergl., und 
endlich fehlerhaftes physisches und psychisches Verhalten der 
Mutter während der Schwangerschaft, besonders während der 
ersten Monate derselben, und vielleicht noch viele andere Ur- 
sachen können dem Wachsthume des neuerzeugten Organismus 
eine fehlerhafte Richtung geben, welche sein frühes Absterben 
zur nothwendigen und durch die‘ Kunst unabwendbaren Folge 
hat. Eben so vermag, wie bekannt, eine fehlerhafte Diät des 
Säuglings noch mehr, als die des Erwachsenen, die gesunde 
Production in eine kranke zu verwandeln. Das Resultat des 
krankhaften Wachsthums ist eben so häufig Hypertrophie als 
Atrophie, doch ist jene nicht immer allgemein, sondern mei- 
stens auf ein Organ oder einzelne Organe beschränkt, und zwar 
auf Kosten der übrigen, Das Organen - System, welches am
	        
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