Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

VI. Gynäkologie und Pädiatrik. 115 
gemischte Form, vorkommenden und nimmt ein derselben zu 
Grunde liegendes Hospitalmiasma und Contagium an; daher hält 
er dafür die Bezeichnungen, Hospitalwundbrand der 
Scheide und für den höchsten Grad, Mospitalpustelbrand, 
für die passendsten und fasst beide Furmen unter der gemein- 
schaftlichen Benennung: Geschwüriger Hospitalbrand 
der Wöchnerinnen zusammen. Da aber ein eigentlicher 
Brand hier nicht vorkam, so dürfte der Ausdruck: Verderh 
oder Zersatz besser passen, und daher die beste Bezeichnung 
für den höchsten Grad des beschriebenen Leidens seyn: Hospi- 
tal-Gebärmutterverderb und Scheidenverderb der 
Wöchnerinnen, Hysterocace et Elytrocace (überhaupt Ge- 
hurtswegverderb, Torodocace) nosocomialis Puerperarum; 
die allgemeinere Bezeichnung Tocodocace ist, da sie die ver- 
schiedenen Formen, als: Gangraena, Sphacelus, Malaria, 
Helcosis, Putrescentia u, 8. w., selbst die brandige Rose, 
umfasst, um 80 passender; seinem letzten Ausgange nach würde 
man das Uebel geschwürigen Geburtswegverderb, To- 
codocace ulcerosa, benennen und diese Form als pustulöse 
und traumatische unterabtheilen müssen. Als ungünstige 
Complication dieses Leidens wurde die mit Veberfüllung und 
Erweiterung der Venen, bei allgemeiner venöser Stimmung, 
beobachtet, die sogar einmal tödtlich endete. An der von der 
inserirt gewesenen Placenta wunden Stelle des Uterus kam es 
nicht zur Geschwürbildung, sondern zu Afterproductionen, wobei 
die Eutzündung ‚der Venenenden eine. bedeutende Complication 
abgab. Die gewöhnliche Complication der Schleimhautentzün- 
dung der Geburtswege war Darmentzündung; beide vereint en- 
deten glücklich, gingen aber auch in Fäule über. — Noch kam 
endlich eine andere Art von Wundseyn der Geburtswege vor, 
die von venöser Congestion in der Schleimhaut herzurühren 
schien. — Es folgen nun 16 Krankheitsfälle, den 3 ersteren, 
welche tödtlich verliefen, sind die Resultate der Leichenöffuun- 
gen heigefügt. Eine beigegebene Kupfertafel stelit die Ge- 
schwürbildung in den Geburtswegen nach den verschiedenen 
Stufen ihrer Entwickelung in mehreren Abbildungen dar. [Ge- 
meins. d, Zeitschr. etc. VII, 4. (L—t.) 
60. Mittheilungen aus dem Fache der Geburts- 
hülfe. — Vom Kurhess. Medie. Rathe und Kreisphys. Dr. 
ScHNEIDER in Fulda. Ungeachtet der mannigfachen Verbesserun- 
gen, welche das Hebammenwesen im Allgemeinen in neuerer 
Zeit erfahren, so ist doch noch nicht dafür gesorgt, dass die 
Hebammen, selbst solche, die als sehr wohl unterrichtet aus der 
Hebammenschule entlassen wurden, oftmals schon in wenigen Jah- 
ren nicht rückgängig und wo nicht ganz, doch zum "Theil un- 
brauchbar werden, wovon theile versäumtes Nachlesen in dem 
Lehrbuche, verlorner Eifer und eingeschlichene Berufsgleich- 
zültigkeit, theils Habsucht, Dürftigkeit, schlechter Lohn, Kgzois- 
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