Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

V.. Chirurgie und ‚Ophthahnologie. ; 109 
heile ‚des Gelenkes, in der Tiefe: noch, fortdauernde Entzün- 
dung, oder gar Caries aufbewahrt. ‘Der. Tumor albus bildet 
sich hieraus, während im tiefern Knochen die chronische Ent- 
zündung fortwährt und. Caries allmählich vorbereitet und zu 
Stande bringt, auch verstreichen Monate, ‚ebe sich die Jauche 
durch die Schichten ‚des Tumor albus einen. Weg balınt und in 
Form von Absceasen nach aussen zum: Vorscheine kommt, wes- 
halb die mit Tumor ‚albıus verbundene ‚Caries einer der schlim- 
sten Ausgänge der Gelenkentzündung, ist — Unter den. Mitteln, 
welche gegen‘ die erwähnten Uebel benutzt, werden, behaupten 
Feuer, Amputation:‘ und, Orthopädie einen, besondern 
Rang. ‚Das‘ Feuer, wird bisweilen , gegen, Tumor albus und 
auch gegen Knochenfrass empfohlen, findet aber die. meiste 
Anwendung gegen freiwillige Verrenkung. ;Besser wäre es frei; 
lich,. wenn man letztere immer durch. passendes, entzündungs- 
widriges Verfahren. verhüten könnte, doch macht manchmal der 
rasche Verlauf des‘ Uebels das Cauterium actuale nöthig, So 
lange aber die Zeichen der beginnenden Luxation nicht deutlich 
vorhanden sind und. der Verlauf mehr. ein chronischer bleibt, 
kann man von Schröpfköpfen, Vesicatorien und, dergl. guten, Krlolg 
erwarten, da der JIauptnutzen des Ferrum ‚candens doch wohl. nur 
auf kräftiger Ableitung beruht. Je stärker und länger ‚die nach; 
folgende Kiteruug, dauert, desto: besser ist der, Ertolg. des -Glüh- 
eisens, und die Moxa muss demselben. wegen minder ; kräftiger 
Ableitung: nachstehen, was ‘nicht der Fail seyn. würde, ‚wenn 
das Glüheisen ‚besonders durch: intensive‘; Wirkung unmittelbar 
auf den kranken Theik nützte- Gegen. Caries kann ‚das, Feuer 
nur zweifelhaften, oft aber auch schädlichen Erfolg haben und 
möchte wohl nur zu berücksichtigen seyn, wo ühle Beschaffen- 
heit des Ausflusses und, überhaupt, ein torpider Zustand ein kröf- 
tiges Reizmittel fordert.  Caries‘ ist im Knochen ‚das, was ‚die 
Suppuration ‚in weichen: Theilen, und.hieraus ergiebt.. sich auch 
Uebereinstimmung in der Behandlung; die örtlich ‚nur, passiv, 
indifferent zu seyn braucht. Ele ‚man das ‚Jetzte Mittel, die 
Amputation, unternimmt, warte man, weun keine dringenden, Um- 
stände dieselbe erheischen, ‚ab, .ob- nicht. durch passendes, der 
intercurrirenden Dyskrasie anzemessenes, Verfahren und durch 
Ruhe und Schutz des kranken Gelenkeg:; dergleichen, verstüm- 
melnde Operationen können vermieden; werden. Nur. wo das 
Uebel schon lange gewährt und grosse Ausdehnung erreicht hat, 
wo. die Weichtheile durch viele- fistulöse Canäle zerstört sind, 
der tägliche Säfteverlust Abmagerung: und Kntkräftung ‚erzeugt, 
der Kranke an hektischem -Fieher, zu leiden begiunt, ‚oder. wirk- 
lich schon leidet und. andere Verhältnisse .obwalten, die keiner 
längern Aufschub gestatten, ist. die Amputation ernstlich 'anger 
zeigt. Wo dies nicht der Fall ist, ‚verschaffe man durch pas- 
sende Lagerung des kranken Giliedes. und ‚durch warme Um- 
schläze dem Kiter freien Abfluss und verfahre nicht. zu etür-
	        
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