Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

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IV. . Materia medica und Toxikologie. 
melnde Speichel die meisten Goldtheile aufgelöst enthält, 80 
muss er hinuntergeschluckt werden. Geschieht dies nicht, so 
kann wochenlang ohne Erfolg eingerieben werden. Da das reine 
salzsaure Gold leicht an der Luft zerfliesst und mit indifferent 
scheinenden Zusätzen, z. B. mit Zucker, Hydrothionsäure ent- 
wickelt, wodurch es bald ekelhaft wird; so wendet jetzt fast 
ausschliessend der Verf, das viel beständigere natronisirte salz- 
saure Gold an, das er mit Milchzucker anfangs zu } Gr. und 
später bis zu 3 Gran täglich einreiben lässt, wobei ein ähnli- 
ches Verhalten wie bei Quecksilbercuren nöthig ist. Für mässig 
warme Temperatur und Vermeidung aller fetten und sauren 
Speisen muss gesorgt und nur sparsam Milchkost genommen 
werden. Der Verf. prüfte das. salzsaure Gold 1) bei Lustseu- 
che, wogegen es viele Kräfte besitzt, doch erfolgt die Besse- 
rung sehr langsam, dass oft‘ Monate zur Heilung nöthig sind. 
Bei veralteter Lues schwinden die Schmerzen oft erst in der 
3. Woche, weshalb in dringenden Fällen immer Quecksilber ge- 
geben werden muss. Nach Verschwinden der Zufälle muss man 
das Gold, wenn man sicher gehen will, noch einige Zeit immer 
über den andern Tag geben. Wo beim Quecksilbergebrauche 
die vorgeschrittene Heilung plötzlich still stand, gab W. das 
Gold als Zwischenmittel. Auch sah er mehrmals von geregel- 
ten Kinreibungen, als Nachceur der umgewandelten Methode nach 
LouvaırR, guten Erfolg. Gegen primäre Syplilis sollte es nie 
gegeben werden, da das Quecksilber ein viel schneller wirken- 
des und erprobteres Mittel ist. 2): Bei syphilitischer Kachexie. 
Gegen dieses die Kunst-oft verspottende Uebel ist das salzsaure 
Gold sonveraines Mittel. W. heilte in Salerno binnen Kurzem 
damit Mehrere mit zerfressener Nase und Gaumen und weit 
gediehener Entartung der Schädelknochen vollständig, indem er 
nicht nur die Geschwüre mit eiger mit Salzsäure versetzten Auf- 
lösung des salzsauren Goldes täglich 4 Mal einpinseln, sondern 
auch 2 Gran reines salzsaures Gold mit Speichel in die Umge- 
gend der Kxostosen einreiben liess. Die oft so hartnäckige 
Ozaena bei dieser Kachexie wich mehrmals dem 4monatlichen 
innerlichen und äusserlichen Gebrauche des Goldes. Bei der 
6. bis 7. Einreibung schwand meist der schreckliche Gestank, 
und die Borkenbildung , unter der das Uebel fortschleicht, ver- 
minderte sich. 3) Bei veralteter Gicht und Rheumatismus. Wo 
Iymphatische Stockungen in den Sehnenscheiden zugegen waren, 
geigte sich einige Male anhaltender Gebrauch dieses Mittele sehr 
wirksam, doch wurden dabei Einreibungen nicht vernachlässigt. 
4) Bei Scrophelsucht. Der öftern Anwendung folgte dem An- 
acheine nach nur sehr selten wohlthätige Wirkung. 5). Bei 
krebsigen Entartungen. Unter mehrmaliger Anwendung bei Krebs- 
knoten- und Geschwüren der weiblichen Brüste schien es 2 Mal, 
als wolle Heilung zu Stande kommen, doch bald bildeten sich 
neue Knötchen, und das Uebel schritt unaufhaltsam fort. Beim
	        
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