Full text: (5. Band = 1833, No 9-No 16)

11. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
nin geheilt. — Eine 38jährige Frau verfiel in einen Synochus 
nervosus gastricus, der anfangs einen Anschein von entzündli- 
cher Affection im Leibe darbot, einen Aderlass und gelinde An- 
tiphlogistica erforderte, nachher aber sich durch folgende Symp- 
1ome charakterisirte: Mattigkeit, Schlaflosigkeit, schleimigen Ge- 
schmack im Munde, Schweiss, rothen, dunkelen Harn, häufigen, 
schwachen Puls und mässigen Durst. MNachdem das Fieber, 
nicht ohne häufiges Schlummern und Irrereden schon 4 Wochen 
gedauert hatte, ‘war noch kein Schlaf eingetreten. Die Heilung 
erfolgte ohne Krisis. — Ein Synochus gastrico-catarrhalis bei 
einem 42iger ist durch die Erzeugung und Unterhaltung eines all- 
gemein verbreiteten, grossen Frieselausschlages, weicher durch 
den Missbrauch schweisstreibender Mittel und eines zu warmen 
Verhaltens hervorgerufen war, merkwürdig. Die gänzliche Um- 
änderung der Lebensordnung war hier die wesentlichste Bedin- 
gung zur Heilung. — Eine febris nervosa acutissima bekam ein 
20jähriger Jüngling durch geistige Anstrengung bei der Vorbe- 
reitung zu seiner amtlichen Prüfung. Allein schon früher hatte 
ihm Frau Venus arg mitgespielt und seine Harnröhre syphilitisch 
entzündet. Dies verschlimmerte seinen. Zustand, der mit dem 
Tode endete. Täglich zwei lauwarme Bäder mit kalten Ueber- 
giessungen, 12 Blutegel an den Kopf, wegen Sopors ein Vesi- 
catorium im Nacken, heisse Fomentationen von aromatischen 
Kräutern mit Weinessig auf den Bauch; innerlich Acidum Halleri, 
Lig. Ammon. acetici, Camphor. u. 8. w. vermochten den Puls von 
150 — 160 Schlägen nicht herunter und das Zittern der Zunge, 
das krampfhafte Muskelspiel: im Gesichte, am Halse, dem Ober- 
und Unterarme nicht wegzubringen. — Kine Brustwassersucht, 
durch organische Fehler des Herzens veranlasst, lief bei einem 
seit vielen Jahren Kranken mit apoplektischem Habitus tödtlich 
ab. Die Breite und Heftigkeit des Pulses sprach für Vergrös- 
serung und Erweiterung des Herzens. — Eine S0jährige Frau 
litt am IZcterus hepaticus mit beständigem Erbrechen, Durch die 
ınagern Rippen fühlte man harte Stellen in der Magengegend 
und dem linken Leberlappen. Kein Mittel vermochte das Er- 
brechen zu stillen, und die Kranke starb gleichsam den Hungers- 
tod. Verf. meint, dass dieses Uebel durch zeitigen Gebrauch 
der Marienbader und Karlsbader Brunnen hätte geheilt werden 
können, und er nimmt Gelegenheit, von der ausgezeichneten Wir- 
kung der natürlichen- und künstlichen Mineralwasser, wenn sie 
zur rechten Zeit und unter strenger Befolgung einer angemes- 
senen Diät und Lebensordnung gebraucht werden, zu sprechen. 
Eine wohlgenährte, kinderlose Frau von 30 Jahren war offenbar 
leberleidend. Sie hatte seit 6 Jahren, aber alles unordentlich, 
gebraucht, als Kräutersäfte, Molken, bittere Extracte Aderlässe, 
Blutegel, warme Bäder, Karlsbad, Marienbad, Kissingen u. dgl. 
dabei hatte sie auch noch gegen Diät nnd Lebensordnung hart 
verstossen. Dies Jahr gebrauchte sie Karlsbald an der Quelle,
	        
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