Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

JI. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 89 
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und ein Blasenpflaster auf den linken Arm. Am folgenden Tage, 
dem 11. der Lähmung, Jucken im kranken Auge und reichlicher 
Thränenerguss aus ihm. Am 12, Tage ist die Sehkraft dessel- 
ben vollkommen hergestellt. Die Gesichtsschmerzen sind ganz 
verschwunden und nur noch geringe Spuren der Lähmung 
übrig. Die Stelle, wo das Blasenpflaster gelegen, sondert sehr 
reichlich ab. Der Zustand ist der erwünschteste. (In den An- 
merkungen zu dieser Geschichte werden deutsche Aerzte nichts 
Neues finden, denn keinem von diesen kann es unbekannt seyn, 
dass- paralytische Zufälle sehr oft durch rheumatische Leiden 
bedingt werden.) [Gazette medicale de Paris, tom. IIT, Nr. 111.] 
(H —1.) 
54. Rheumatische Lähmung der Gesichtsmus- 
keln; von Dr. Pryoxsus, Diese nicht ganz seltene, aber wenig 
beachtete Krankheit, wenn man ausnimmt, was FRIEDREICH, 
RADEMACHER ,- C. MüLLER, SyHaw, Duscor und BeLL über die- 
selbe mitgetheilt haben, beginnt in der Regel mit mehr gewöhn- 
lichem Rheumatismus einer Gesichts- oder Kopfhälfte, der sich 
durch Schmerz, Hitze, Anschwellung und Röthe in der Gegend 
des Zitzenfortsatzes, oder in der ganzen Gesichtshälfte, zu er- 
kennen giebt. Bisweilen verbreiten sich wohl auch die Schmer- 
zen ziemlich deutlich in der Richtung der Zweige des Facial- 
nerven nach den Schläfen, Augenlidern, quer über die Backe 
u. s. w.. Gewöhnlich sind zugleich rheumatische Erscheinungen 
in andern Theilen und fast immer rheumatisches Fieber zugegen, 
Hierzu gesellt sich nun bald nach einigen Stunden, bald nach 
einem Tage, oder wohl auch nach mehreren Lähmung. Nur 
selten tritt mit geringeren rheumatischen Erscheinungen alsbald 
und von vorn herein die Lähmung auf. Mund und Nase werden 
von der kranken Seite nach der gesunden hinübergezogen, was 
in schwereren Fällen fortdauernd, in leichteren nur beim Lachen, 
Schreien u.:s. w. zu sehen ist, Der Kranke kann nicht blasen 
oder pfeifen, und den Speichel nur schief, nach der gesunden 
Seite hin, ausspeien; die Aussprache der Lippenbuchstaben wird 
bisweilen undeutlich; manchmal können die zwischen Zähnen 
und Wangen angesammelten Speisen nicht unter die Zähne zu- 
rückgestossen, oder, doch nur selten, Speisen oder Nahrungs- 
mittel nicht im Munde erhalten werden. Das Nasenloch der 
kranken Seite ist meist etwas collabirt, das der gesunden etwas 
erweitert. Die Augenlider können, selbst im Schlafe, gar nicht, 
oder nicht völlig geschlossen, Augenbrauen und Stirn nicht ge- 
runzelt werden. Manchmal findet sich beim Kauen auf der 
kranken Seite keine Kraft. Die Haut der leidenden Gesichts- 
seite ist schlaff, oder, bei starker Zerrung nach der andern 
Seite, passiv gespannt. Bei Affecten bleibt die ganze kranke 
Seite ausdruckslos, Nicht selten ist Katarrh der Nasenhälfte, 
oder Thränen des Auges der kranken Seite oder beider Augen 
damit verbunden, Dauert das Uebel länger, so zeigt sich wohl
	        
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