Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

34 
IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
schwanger aufgenommene Person, an bedeutenden Desorganisa- 
tionen im Unterleibe, besonders des linken Eierstockes. — Wn- 
ter 24 Fällen von Umschlingung der Nabelschnur war sie 20 
Mal einfach um den Hals, 1 Mal um Hals und Brust, 2 Mal 
eine zweifache um den Hals (wobei 1 Mal der rechte Arm niit 
umschlungen war) und 1 Mal eine dreifache; sie wurden meist 
leicht durch Auflockerung und Zurückstreifen der Schleife be- 
seitigt. 2 Mal lag die Nabelschnur zugleich mit der Schulter 
vor, weshalb die. Wendung, für Mutter und Kind glücklich, 
ausgeführt wurde. Die längste Nabelschnur maass 42”, eine 
52” und eine 30”, .die, kürzeste 16”, Das grösste Gewicht der 
ausgetragenen Kinder betrug 9}, das kleinste 5} %. Von 4 
vor dem. normalen Termine geborenen Kindern Kamen 2. bereits 
faul zur, Welt, und 2 starben am 2. und 6. Tage nach der Ge- 
burt. Ausserdem wurden noch 5 todt geboren, 2 nämlich be- 
reits faul, 2 in Folge sehr schwerer Wendungen, 1 obgleich 
ühne Kunsthülfe, mit bedeutenden Fissuren des Schädels bei 
engem Becken der Mutter. (Vgl. Summar. 1832, Bd. 1, Nr. 85.) 
Ausser. den 2 zu früh geborenen, an Schwäche und Atrophie 
verstorbenen Kindern starb nach der. Geburt noch 1 apoplektisch, 
Häufig wurde Blepharophthalmia neonatorum beobachtet und 
glücklich örtlich mit Chlorkalkauflösung (4 Gran auf. 1 Unze 
Aqu, dest.) behandelt. Bei, einer übereilten Geburt stürzte das 
Kind. mit dem Kopfe auf den Boden und die Nabelschnur zer- 
riss, ohne die geringsten nachtheiligen Folgen. — Die Zahl 
der die Anstalt besuchenden Praktikanten betrug im Winterhalb- 
jahre 16, im Sommer 1831 253. [v. Siebold’s Journal, Bd. XII, 
St. 2.] (L—t.). 
36. Operation des Hydrocephalus; von Conqukst. 
Ein viermonatliches Kind litt an einem ungeheuern Wasser- 
kopfe, der sich gleich bei der Geburt gezeigt hatte. Die mehr- 
sten Aerzte erklärten den Fall für tödtlich. CC. entschloss sich, 
einen kleinen Troikar durch die rechte vordere Fontanelle nach 
dem Ventrikel zu. bis zu der Tiefe eines Zolles einzustossen. 
Es floss sogleich erst. eine klare, dann etwas blutiggefärbte 
Flüssigkeit ab. Als der. Puls anfing. zu sinken, wurde die. Ca- 
nüle ausgezogen. Da nun. die Haut, das Stirnbein und. die 
Seitenwandbeine merkwürdig. locker. und iose erschienen, so 
mussten. sie von C. und dessen Gehülfen so lange unterstützt 
(supported) werden, bis Pflasterstreifen in allen Richtungen 
rings, um den Kopf gelegt waren, durch die ein gleichmäsesiger 
Druck hervorgebracht. wurde. Der. kleine Patient. erhielt etwas 
Wasser mit Branntwein, das ihm sehr gut bekam. Die entleerte 
Flüssigkeit betrug zwölf Unzen, Nach der Operation war das 
Kind zwar. schwach, aber, doch etwas lebendiger, als vorher, 
und alle Symptome waren für eine kurze Zeit verringert. Nach 
einem Monate musste jedoch die Operation wiederholt wer- 
den, und es wurden. wiederum 12 Unzen Flüssigkeit entleert.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.